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Meine Stadt Alles Liebe: 80 Jahre Maschsee
Hannover Meine Stadt Alles Liebe: 80 Jahre Maschsee
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20:08 20.05.2016
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Hannover

Am 21. Mai 1936 wurde er unter wehenden Hakenkreuzfahnen eingeweiht - als nationalsozialistisches Vorzeigeprojekt. „Natürlich hat das System etwas für die Menschen gemacht. Sonst hätte es sich kaum zwölf Jahre lang an der Macht gehalten“, sagt Karljosef Kreter vom Netzwerk Erinnerungskultur, das pünktlich zum Maschsee-Geburtstag einen Audio-Spaziergang aufgelegt hat, der sich mit dessen Geschichte beschäftigt.

„Wir dürfen die Auseinandersetzung mit dem NS-Regime nicht auf Gewalt und Verbrechen beschränken. Damit allein lässt sich dieses Phänomen nicht erklären“, sagt Kreter. In dem Audio-Rundgang mit seinen sechs Stationen werde „nicht der moralische Zeigefinger erhoben“. Kreter findet auch, dass man den See, obwohl er „kein unpolitischer Raum“ sei, „heute guten Gewissens genießen kann. Aber man sollte schon wissen, was es damit auf sich hat“.

Erste Pläne für den See gab es schon um 1900. An Fahrt gewannen sie jedoch erst Mitte der 1920er Jahre, als Oberbürgermeister Arthur Menge diese als politisches Ziel vorantrieb. Eines, das die Nazis gerne aufnahmen und damit auch gleich noch die Arbeitslosigkeit bekämpften. Statt moderne Maschinen einzusetzen, drückten sie möglichst vielen Menschen eine Schaufel in die Hand. Aus den Maschwiesen mit der Bismarcksäule in der Mitte wurde der Maschsee.

Geplant war eigentlich noch viel mehr: Am Rand des Gewässers sollte das gigantische Gauforum entstehen mit einer riesigen Halle und einem Turm, der fünfmal so hoch wie die Fackelläufer-Säule am Nordufer sein sollte. Der Krieg und das Ende des NS-Regimes kamen dazwischen. Ihren See hatten die Hannoveraner immer noch gern - auch ohne Hakenkreuzfahnen.

Der Audiorundgang am See wird heute auf einer Bootsfahrt vorgestellt. Treffpunkt ist um 11 Uhr vor dem Eingang des Sprengel Museums. Dort gibt es ab sofort auch kostenlos die Broschüre zum Rundgang. Mehr Infos unter www.erinnerungskultur-hannover.de

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