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Meine Stadt Laatzen: Aldi will Schadensersatz vom Gutachter
Hannover Meine Stadt Laatzen: Aldi will Schadensersatz vom Gutachter
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00:18 15.06.2018
Dachschaden: So sah die Aldi-Filiale in Laatzen-Grasdorf nach dem Einsturz im Sommer 2017 aus.
Hannover

Der Dachschaden bei Aldi in Laatzen-Grasdorf und die (Spät-)Folgen: Für die Staatsanwaltschaft ist der Fall erledigt (NP berichtete); doch mit mindestens einem Sachverständigen hat der Discounter noch eine Rechnung offen. Außerdem teilte Aldi auf NP-Anfrage mit, dass alle Märkte öfter und intensiver überprüft werden – eine der Konsequenzen aus dem Unglück mit Millionenschaden.

Rückblende: Das Satteldach des rund 1000 Quadratmeter großen Discounters war am Sonnabend, 29. Juli 2017, gegen 21.30 Uhr eingestürzt. Zur Unglückszeit hielt sich niemand in dem Markt an der Hildesheimer Straße auf.

Strafrechtlich ist für die Ankläger der Staatsanwaltschaft Hannover in dieser Sache nichts mehr zu holen. Gutachter hatten zwar festgestellt, dass 1999 beim Bau der Filiale Fehler gemacht worden waren, die zum Einsturz des Daches geführt haben könnten.

Doch Straftaten in Zusammenhang mit einer sogenannten Baugefährdung verjähren nach fünf Jahren. Zivilrechtlich sieht das offenbar ganz anders aus: „Aldi hat Ansprüche gegen einen mit der Prüfung des Dachstuhls beauftragten Sachverständigen geltend gemacht“, sagte Verena Lissek. Details wollte die Unternehmenssprecherin nicht nennen.

Die regelmäßigen „Begehungen der Märkte durch unsere eigenen Experten wurden überarbeitet und optimiert“, so Lissek weiter. Alle 1260 Filialen mit Satteldach seien nach dem Unglück überprüft worden. „In diesem Zusammenhang haben wir auch mit einem unabhängigen Gutachter und Sachverständigen die Prüfintervalle und -maßnahmen für unsere Märkte intensiviert.“ Geprüft würden „bautechnische Fragestellungen wie etwa der Zustand der verwendeten Materialien“.

Das Gebäude an der Hildesheimer Straße war abgerissen und nicht wieder aufgebaut worden. Aldi sagt: „Die Schäden waren zu groß. Bezüglich der künftigen Nutzung des Grundstücks prüfen wir verschiedene Nutzungskonzepte.“

Von Andreas Körlin

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