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Meine Stadt Langenhagen: Air Berlin fliegt noch immer
Hannover Meine Stadt Langenhagen: Air Berlin fliegt noch immer
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00:17 16.07.2018
ÜBER LANGENHAGEN: Eine Tuifly-Boeing in Air-Berlin-Lackierung am Donnerstagmittag kurz vor dem Aufsetzen auf der Nordbahn des Flughafens Hannover. Quelle: Elsner
Langenhagen

Air Berlin ist lange Geschichte. Doch am Flughafen Hannover starten und landen noch immer regelmäßig Jets in der rotweißen Lackierung der Pleite-Airline. Besonders jetzt in der Sommerferien-Hochsaison fällt das vielen Reisenden auf.

Außerdem verkehren in Langenhagen immer mehr Fluggesellschaften, die selbst keine Sitzplätze verkaufen. Airlines aus Bulgarien, Italien, Belgien, Litauen, Österreich und Spanien bringen zigtausende Passagiere, die beispielsweise Flüge bei Condor gebucht haben, zu ihren Urlaubszielen.

Grund dafür ist der dramatische Umbruch in der Luftverkehrsbranche. Der mit der Insolvenz von Air Berlin – einst (Flug-)Platzhirsch am Airport Hannover – begann.

12.53 Uhr. Eurowings-Flug 3671 aus Heraklion (Kreta) landet auf der 3800 Meter langen Nordbahn. Der Jet mit 189 Plätzen fliegt in der rotweißen Air-Berlin-Lackierung. Doch die sieben Jahre alte Boeing 737-800 gehört dem hannoverschen Ferienflieger Tuifly. Auch Piloten und Flugbegleiter sind bei der deutschen Airline des weltgrößten Touristikonzerns Tui angestellt.

„Wir fliegen noch mit einigen unserer Boeing-737-Jets in Air-Berlin-Lackierung im Auftrag von Eurowings. Dabei handelt es sich um Maschinen, die wir zuvor für Air Berlin betrieben hatten“, erklärt Tuifly-Sprecher Aage Dünhaupt.

Nach Ende der flugintensiven Sommersaison, in der alle Fluggesellschaften auf jeden Jet angewiesen seien, würden die Maschinen neu lackiert.

VLM Airlines (Belgien), Privilege Style (Spanien), Bulgarian Air Charter, Avion Express (Litauen), Neos (Italien): Wer derzeit mit Condor in Hannover in die Luft geht, wird auch von diesen Airlines geflogen. „Es handelt sich ausschließlich um EU-Airlines, die hohe Sicherheitsstandards erfüllen“, betont Unternehmenssprecher Johannes Winter.

Condor wachse derzeit auf dem Kurz- und Mittelstreckenmarkt um 35 Prozent. „Die Partner-Airlines sind wichtig für das Wachstum und die Flexibilität“, sagt Winter und fügt hinzu: „Derzeit gibt es viele Veränderungen im Markt.“

Normalerweise würden drei Airbus-320-Jets der Thomas Cook Airlines Balearics von Hannover aus für Condor operieren. Die Maschinen der 2017 gegründeten Fluggesellschaft mit Sitz im kleinen Dorf Petra (Mallorca) haben spanische Zulassungen und Piloten. Die Flugbegleiter stammen laut Winter aus Deutschland.

Wer mit Eurowings in Langenhagen abhebt, fliegt teils noch mit Jets in der Lackierung der Vorgänger-Airline Germanwings. Andere gehören zur Eurowings Europe und haben eine österreichische Zulassung. Auch ließ die Fluggesellschaft Maschinen der Czech Airlines auf der Hannover-Strecke für sich fliegen.

„Für ein einheitliches Markenbild werden alle Flugzeuge, die für Eurowings im Einsatz sind, entsprechend umlackiert“, erklärt Eurowings-Sprecher Klaus Pokorny. Doch zurzeit seien in ganz Europa Lackier-Termine extrem schwer zu bekommen.

Was nicht nur daran liegt, dass die Betreiber von 144 ehemaligen Air-Berlin-Flugzeugen ihre Jets umlackieren wollen. Auch die Lufthansa verpasst ihren mehreren hundert Jets derzeit ein neues Logo. Was die wenigen Flugzeug-Lackierereien akut sehr gut auslastet.

Wer übrigens von Hannover mit Laudamotion nach Mallorca fliegt, dem könnte die Bemalung der Maschinen „spanisch“ vorkommen: Die Österreicher fliegen ehemalige Air-Berlin-Airbus-Jets mit rotweißer Lackierung, lediglich der Schriftzug „airberlin“ hinter der vorderen Tür wurde durch „LAUDAMOTION“ ersetzt.

Von Andreas Körlin

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