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Kommunalwahlen

AfD vs. Hannoveraner: Konkurrenz am rechten Rand

Die AfD trifft bei den kommenden Kommunalwahlen auf "Die Hannoveraner" - mehr Konkurrenz geht nicht.

Hannover. Wie viele Stimmen wird die AfD bei den Kommunalwahlen im September holen? Bei den etablierten Parteien haben längst die Rechenspiele und das Ausloten möglicher Koalitionsoptionen begonnen. Noch viel mehr Sorgen müssen sich aber wohl „Die Hannoveraner“ machen. Die Partei buhlt gemeinsam mit der AfD um eine wohl nahezu identische Wählerklientel am rechten Rand.

Wie groß die Überschneidungen sind, zeigt ein Blick in das Wahlprogramm der „Hannoveraner“. Von „Opferschutz statt Täterschutz“ und „kultureller Anpassung“ an die „deutsche Leitkultur“ ist die Rede. „Keine neuen großen Sakralbauten mit Minaretten und Türmen“ soll es geben, die „massenhafte Zuwanderung“ beendet werden. Forderungen, die so auch in einem Wahlprogramm der AfD stehen könnten. Jens Böning, Vorsitzender der „Hannoveraner“, die sich selbst als „unabhängige Wählergemeinschaft mit bürgerlich-konservativer Ausrichtung“ definieren, gibt sich dennoch gelassen. Dadurch, dass die AfD antrete, werde es zwar „nicht einfacher für uns, aber wir sind optimistisch“, sagt Böning und verweist auf mittlerweile „zehn Jahre Erfahrung im Rat“. Er will stark auf hannoversche Themen setzen und weiter für einen Tunnel für die D-Linie kämpfen, gegen die Steintorbebauung und für den Erhalt historischer Gebäude. Aber auch das Thema Islam beschäftige nun einmal die Leute. „Wir sind aber nicht islamfeindlich, sondern islamkritisch“, sagt Böning.

Die AfD hat ihr Programm für die Kommunalwahl noch nicht vorgelegt. Jörn König, der Hannover-Chef der Partei, hält jedoch „neun bis elf Prozent“ Stimmenanteil für realistisch. Er wehrt sich gegen die Einordnung in ein „klassisches Rechts-Links-Spektrum“. Aus Sicht von König ist die AfD „die Partei der Vernunft“. Er kündigt an, einen „ruhigen und besonnenen Kurs“ zu fahren, räumt aber auch ein, „dass es auch schrille Töne aus den Reihen der Partei“ gibt. Bei bundesweit 20 000 Mitgliedern sei es aber „normal, dass nicht alle einer Meinung sind“.

Was die „Hannoveraner“ angeht, liege die Entscheidung beim Wähler. „Konkurrenz belebt das Geschäft“, erklärt AfD-Chef König.


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