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SHOW-DOWN IN HANNOVER: Jörg Meuthen hat eine Kampfkandidatur gegen Frauke Petry für den Parteitag angekündigt.

SHOW-DOWN IN HANNOVER: Jörg Meuthen hat eine Kampfkandidatur gegen Frauke Petry für den Parteitag angekündigt.
© Foto: dpa

Im HCC entscheidet sich das Schicksal von Frauke Petry

AfD fährt ab auf Hannover

Ihren nächsten Bundesparteitag wird die AfD in Hannover ausrichten. IM HCC entscheidet sich am ersten Dezember-Wochenende der Kurs der Partei und das Schicksal von Frauke Petry.

Hannover. In welche Richtung marschiert die AfD? Noch weiter rechts oder gemäßigter auf realpolitischem Kurs? Im Hannover-Congress-Centrum (HCC) wird sich am ersten Dezember-Wochenende diese Frage entscheiden, außerdem das Schicksal der Parteichefin Frauke Petry. Sollte sie sich wieder um den Vorsitz be­werben, will der Co-Vorsitzende Jörg Meuthen gegen sie antreten.

HCC-Direktor Joachim König bestätigte der NP, dass die AfD sich eingemietet habe: „Der Vertrag ist gerade geschlossen.“ Chancen, da­gegen vorzugehen, habe das HCC nicht: „Bei einem NPD-Bundesparteitag haben wir durch drei Instanzen geklagt und dann letztendlich doch verloren.“

Man werde durch einen Sicherheitsdienst die Stadthalle schützen, sagte König. Auch die Polizeidirektion Hannover kündigte an, sie sei gerüstet. Bislang ist nicht einzuschätzen, wie groß die Gegenwehr ausfallen wird, weil kaum jemand Termin und Ort kennt.

Nicht mal der AfD-Landesvize Jörn König, Chef des Kreisverbandes Hannover, ist eingeweiht. Er vermutet, dass die Wahl auf Hannover gefallen ist, weil hier am 14. Januar die Landtagswahl stattfindet. „Die NRW-Landtagswahl hat auch den Ausschlag gegeben für den Bundesparteitag in Köln.“

Dort war Petry mit ihrem Zukunftsantrag und dem Werben für eine strategische Neuausrichtung der AfD gescheitert. Sie hatte gefordert, die Alternative für Deutschland koalitionsfähig zu machen.

Andere geben jetzt die Ziele vor. AfD-Vize Alexander Gauland träumt davon, dass die Rechtspopulisten im September als drittstärkste Kraft in den Bundestag einziehen. Er erwartet ein Ergebnis von mehr als zehn Prozent der Stimmen, Um das zu erreichen, orientiert sich die Partei an Donald Trump. Dem „America first“-Motto des US-Präsidenten folgend heißt hier die Parole „Deutschland zuerst“.

Ob das mit der drittstärksten Kraft etwas wird angesichts der heftigen innerparteilichen Querelen? Petrys Mann, der nordrhein-westfälische Landeschef Marcus Pretzell, griff in einer Facebook-Gruppe gerade Kritiker seiner Frau an: „Ich zähle 18 Hirntote und ein Steroidopfer. Das schrumpft halt nicht nur die Hoden, sondern auch das Hirn.“

König kommentiert solche Sprüche nicht. „Wir haben eine überzeugte Kernwählerschaft“, meint er, „die meisten wählen das Programm, nicht die Person.“

Bis zur Landtagswahl will die AfD Niedersachsen auch ihre Konflikte mit der Nachwuchsorganisation Junge Alternative gelöst haben. Nach der Wahl von Lars Steinke zu deren Chef war es zu Austritten gekommen. Angeblich kooperiert Steinke mit dem rechtsextremen „Freundeskreis Thüringen/ Niedersachsen“.

Von Vera König


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