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Meine Stadt Ärztepaar aus Wülfel engagiert sich in Krisengebieten
Hannover Meine Stadt Ärztepaar aus Wülfel engagiert sich in Krisengebieten
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20:09 30.03.2018
Christian Scholber und seine Frau Anja Fröhlich engagieren sich für die Hilfsorganisation Humedica. Quelle: Wilde
Hannover

Mit ihrem ehrenamtlichen Engagement leisten Ärzte einen entscheidenden Beitrag zur humanitären Hilfe. Dabei im Einsatz sind allein aus Niedersachsen mehr als 200 Mediziner. Auch Anja Fröhlich (52) und Christian Scholber (55).

Das Ehepaar, das eine Hausarztpraxis in Wülfel betreibt, engagiert sich seit dem Tsunami in Südostasien im Jahr 2004 für die Organisation Humedica. „Einer von uns kann immer gehen, der andere hält in der Praxis die Stellung. Wir wechseln uns ab, das ist unser Pakt“, erzählt Fröhlich. Das wichtigste Gepäck sei stets gepackt. Scholber: „Wenn die SMS mit dem nächsten Einsatz kommt, sitzen wir meist drei Stunden später im Flugzeug.“ Vor dem Abflug gehe es kurz in die Praxis, um das Wichtigste zu ordnen. „Je schneller wir da sind, desto mehr können wir helfen“, so der Mediziner. Als Scholber nach dem schweren Erdbeben in den Iran musste, fehlte das Vi­sum: „Die Botschaft hat nur für mich geöffnet.“

Die Liste der Länder, in denen das Paar geholfen hat, ist beachtlich: Burma, Philippinen, Serbien entlang der Balkanroute, Iran, Sudan, Nepal, Bangladesch, Mexiko, Äthiopien. Während Anja Fröhlich Kriegsgebiete  „nicht generell ausschließt“, hält es ihr Mann da anders: „Wo Bomben fallen, gehe ich nicht hin.“ Dennoch wollen beide keinen großen Wirbel um ihr Engagement machen. Scholber: „Was wir machen, ist nichts Besonderes. Nur die Umstände sind andere. Die Krankheiten sind meist die gleichen wie hier.“

Aber warum verlässt man  seine sichere Praxis, um in Krisengebiete zu gehen? Anja Fröhlich antwortet sofort: „Um zu helfen. Diese Menschen sind von Gott und der Welt verlassen, wir bringen ihnen Hoffnung. Es bringt einem unendlich viel. Was ich dort in drei Tagen lerne, das lerne ich hier in drei Jahren nicht.“ Die Medizinerin aus Wülfel sieht noch einen anderen Sinn in ihrer Tätigkeit: „In Krisengebieten kann ich zu hundert Prozent Arzt sein. Hier in Deutschland geht viel meiner wertvollen Zeit für Bürokratie verloren.“

Britta Lüers

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