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Meine Stadt Ärzte-Streik in Hannover: Jeder zweite OP-Saal steht leer
Hannover Meine Stadt Ärzte-Streik in Hannover: Jeder zweite OP-Saal steht leer
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18:17 17.05.2010
Ärzte im Arbeitskampf: Im Krankenhaus Lehrte verweigerten gestern einige Mediziner ihren Dienst. Sie streikten für eine bessere Bezahlung, besonders von Nachtschichten und Bereitschaftsdiensten.
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Von Thomas Nagel

Hannover. Für Mark Wolther, Oberarzt im Neustädter Krankenhaus, war es gestern ein ungewöhnlicher Arbeitstag. Mit etwa 80 Kollegen aus dem Klinikum Region Hannover saß er im Zug nach München. Ziel war die bundesweite Ärzte-Demo. „Ich würde lieber arbeiten als streiken“, sagt Wolther. Aber die Arbeitsbelastung für Krankenhausärzte sei so hoch, dass das nicht mehr tolerabel sei.

Im Klinikum Region Hannover steht seit gestern fast die Hälfte der Operationssäle leer. „Wir müssen im Schnitt zehn Operationen pro Tag verschieben“, sagte Klinikums-Sprecher Bernhard Koch. Die Patienten seien bereits in der vergangenen Woche darüber informiert worden.

Damit es bei Notfällen nicht zu Engpässen kommt, sind in sieben der 13 Krankenhäuser Notdienste eingerichtet worden. Auch während des Streiks sei gewährleistet, dass alle Notfall-Patienten behandelt werden, so Koch. Die planbaren Eingriffe hingegen seien, so weit das nötig war, abgesagt worden. „Insgesamt sind die Auswirkungen noch moderat“, meint der Klinikumssprecher.

Wolfgang Boss, Landesgeschäftsführer der Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB), bestätigt: „Der Streik richtet sich nicht gegen die Patienten.“ Auch wenn der Arbeitskampf erstmal für die komplette Woche geplant sei, sei klar, dass das einige Krankenhäuser nur zwei bis drei Tage schaffen.

Wie viele der 1034 Ärzte sich gestern am Streik beteiligten, konnte der MB nicht sagen. „Für die Ärzte-Demo in München haben sich etwa 80 Kollegen angemeldet“, so Dr. Mark Wolther. Er nahm an der Demo in der bayrischen Hauptstadt teil. Allein aus dem Neustädter Krankenhaus hätten sich 16 Ärzte beteiligt.

Auch das Klinikum wollte keine Angaben zur Streikbeteiligung machen. Beide Seiten betonten aber, dass sie auf eine schnelle Einigung der Tarifpartner hoffen. Wolther:#„Wir sind aber auch auf einen längeren Streik eingestellt.“

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