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Meine Stadt Ärger um das Maschseeherz
Hannover Meine Stadt Ärger um das Maschseeherz
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00:17 16.08.2017
DEMO:Anwohner
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hannover

Es ist schon ein echtes Filetgrundstück. Einen Katzensprung vom Maschsee entfernt, ein paar Schritte zum NDR-Funkhaus. Auf dem 4000-Quadratmeter-Boden eine alte Villa, freundliche Nachbarn, 28 schöne alte geschützte Bäume. Darauf hängende Fledermäuse, herumtollende Eichhörnchen, singende Vögel sowie Nachbarn rund um das Grundstück an der Wiesenstraße 40 werden sich aber wohl nicht mehr lange an der grünen Oase – und dem freien Blick – erfreuen können. Denn hier soll gebaut werden. Und das schmeckt nicht allen, vor allem den Anwohnern nicht.

Die Wohnungsbaugenossenschaft Herrenhausen (WGH) hatte das Grundstück im vergangenen Jahr von einem Privatmann erworben, angeblich für nur 2,4 Millionen Euro. Was 5,99 Euro pro Quadratmeter mache, so ein Anwohner. Zunächst sollten drei bis fünfstöckige Wohneinheiten entstehen, was für eine Sturm der Entrüstung in der Südstadt sorgte. Also speckte die WGH die Pläne etwas ab, jetzt geht es noch um 34 Wohnungen zwischen 55 bis 135 Quadratmetern, eine Tiefgarage – und elf Bäume, die gefällt werden sollen. „Wir haben nichts dagegen, dass hier Wohnungen entstehen“, sagt Jens Preinfalk (48) von der Anwohnerinitiative. „Wir möchten lediglich, dass ökologisch vernünftig gebaut wird.“ Das heiße, höchstes 22 Wohnungen à 80 Quadratmetern, drei Stockwerke hoch und ohne die geplante Tiefgarage, wie es ein erster rechtsgültiger Bebauungsplan vorsah. Die alle drei Gebäude miteinander verbindende Tiefgarage würde nichts anderes als eine Flächenversiegelung bedeuten, Regen könne nicht mehr abfließen – Keller bei Starkregen also geflutet werden. Außerdem würde die Zufahrt zur Tiefgarage die ohnehin knappe Parkplatzsituation in dem Quartier weiter verschärfen.

Die WGH plant mit einem zweigeschossigen und zwei dreigeschossigen Bauten – mit jeweils einem Sattelgeschoss, was dann nach Befürchtungen der Anwohner doch auf vierstöckige Häuser zulaufen würde. „Augenwischerei ist das“, schimpft Mediziner Preinfalk, der nach einem einjährigen Kampf gegen die WGH und „Falschaussagen“, „Ungereimtheiten“ seitens Genossenschaft und Politik „die Kriegskasse“ der Anwohnerinitiative ins Spiel bringt. „Notfalls würden wir auch den rechtlichen Weg gehen.“

Preinfalks Frau Katharina (40) treiben vor allem die „schönen und vitalen Bäume“ um, die dem Bauvorhaben zum Opfer fallen sollen. „Es geht nicht nur um die elf, die ohnehin gefällt werden sollen. Die Baugrube ist so dicht an anderen Bäumen geplant, dass acht weitere akut gefährdet sind. Da geht es um eineinhalb Metern hin zu 25 Metern hohen Bäumen.“ Die ökologische Funktion dieser geschützten Bäume ließe sich durch Neupflanzungen nicht ausgleichen. „Die 20 Bäume werden für das Stadtklima dringend benötigt.“

Nach „Garantien“ des Bezirksbürgermeisters Lothar Pollähne sollten 75 Prozent des ursprünglichen Baumbestandes auf dem Areal erhalten bleiben – „das bedeutet, dass höchstens sieben Bäume gefällt werden dürften“, macht Anwohnerin Annette Dahlke (55) klar. Die Immobilienkauffrau aus der Wiesenstraße verweist auf eine Unterschriftenliste gegen das Projekt, bisher gibt es etwa 500 Unterschriften.

Die WGH verweist darauf, das Bauprojekt „Maschseeherz“ substanziell überarbeitet zu haben und auch während einer Informationsveranstaltung „überwiegend positive Resonanz“ erfahren zu haben. „Lediglich wenige unmittelbare Anwohner wollen die vorgestellte Veränderung nicht, sondern beharren auf dem alten, bestehenden Bebauungsplan“, so eine Sprecherin.

Von petra rückerl

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