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Meine Stadt Ärger um Panzerplakate in Hannover
Hannover Meine Stadt Ärger um Panzerplakate in Hannover
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00:26 07.08.2015
FRAGWÜRDIGE BOTSCHAFT: Rund 200 Plakate des Panzermuseums hängen in Hannover, wie zum Beispiel in der Stadtbahnstation Kröpcke. Nicht jeder findet sie gelungen. Foto: Wilde Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Es ist ein besonders martialisches Stück deutsche Geschichte, das derzeit auf Plakaten in den U-Bahn-Stationen den Betrachtern entgegenzurasseln scheint. Mit dem Wehrmachtspanzer Tiger will das Panzermuseum in Munster unter dem Motto „Geschichte(n) aus Stahl“ in den Sommerferien Besucher anlocken. Die Auswahl des Motivs stößt jedoch auf Kritik. „Das geht gar nicht“, findet Martin Nebendahl, Fraktionschef der Grünen im Bezirksrat Mitte.

„Viel zu reduziert“ sei die Kampagne. Ein Wehrmachtspanzer habe eben „nicht nur technische Aspekte“. Auch beim katholischen Propst Martin Tenge löst „diese Werbung höchste Irritation aus“, weil keine Distanz zu dem bestehe, was während des Zweiten Weltkrieges geschehen sei. Ingrid Wettberg, die Vorsitzende der Liberalen Jüdischen Gemeinde, sieht das ähnlich: „Das muss nicht sein“, sagt sie.

Geschaltet hat das Panzermuseum die Werbekampagne in Hamburg und Hannover, wo rund 200 Plakate aufgehängt wurden. „Wir wollen die Leute mit dem Tiger in unser Museum ziehen und dort die Hintergründe genauer erklären“, sagt Museumssprecherin Julia Engau. Dort würden die sozialen und wirtschaftlichen Aspekte wie die Ausbeutung von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen bei der Panzerproduktion im Zweiten Weltkrieg thematisiert.

Auch dem Grünen Nebendahl ist bewusst, „dass das in Munster in den richtigen Kontext gerückt wird“. Er fürchtet jedoch, dass sich das Museum mit der offensiven Tiger-Kampagne „seinen guten Ruf kaputtmachen könnte“.

Für die Vermarktung der Werbeflächen in den U-Bahn-Stationen ist das Unternehmen „X-City Marketing“ zuständig, das zu je 50 Prozent der Üstra und der Werbefirma Ströer gehört. „Wir sind uns unserer besonderen Verantwortung bewusst, da auch viele Kinder in unseren Bahnen unterwegs sind“, sagt Üstra-Sprecher Udo Iwannek. Man halte sich aber an die Empfehlungen des deutschen Werberates.

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