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Meine Stadt Ärger um geplanten Neubau der Leibniz Universität
Hannover Meine Stadt Ärger um geplanten Neubau der Leibniz Universität
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18:54 23.10.2018
Sorgt für Ärger: Der geplante Uni-Neubau, der in der Straße Im Moore entstehen soll, kam bei den Anwohnern in der Nordstadt nicht gut. Quelle: Visualisierung: ksg Architekten
Hannover

Der von der Leibniz Universität geplante Neubau eines Hauses für Lehramtsstudenten in der Nordstadt sorgt für Ärger und Wut bei den Nachbarn. Eine Informationsveranstaltung im Uni-Hörsaal lief am Montagabend regelrecht aus dem Ruder. Die Anwohner bemängelten lautstark, dass sie nicht in die Planungen einbezogen worden seien. Sie halten den geplanten Neubau (Nordstadt) in der Straße Im Moore für zu groß.

Die Uni-Verantwortlichen – darunter auch Präsident Volker Epping – wehrten sich gegen die Vorwürfe. Eine befriedigende Lösung für beide Seiten konnte aber nicht gefunden werden. Immerhin versprach die Hochschule, ihre Nachbarn künftig früher bei Bauvorhaben zu beteiligen.

Uni-Präsident Volker Epping (Mitte) stieß bei der Informationsveranstaltung am Montagabend auf heftigen Gegenwind. Quelle: Michael Wallmüller

Die Leibniz-Uni möchte mit dem Neubau der Leibniz School of Education eine Heimat für ihre Lehramtsstudenten schaffen. „Sie sind derzeit über die ganzen Uni-Gebäude zerstreut und haben kein Haus für sich“, erklärte die Direktorin Julia Gillen. Das „versunkene Schlösschen“, ein Bürogebäude für etwa 20 Mitarbeiter, wird dafür abgerissen. Der Neubau soll 2300 Quadratmeter Nutzfläche haben, einen Hörsaal mit 250 Plätzen, mehrere Seminarräume und Büros. 600 Personen sollen sich zeitgleich in dem Gebäude aufhalten können. „Wir haben 5000 Studierende in diesem Bereich. Das zeigt, wie dringend das ist“, betonte Gillen.

Die Arbeiten sollen im übernächsten Winter beginnen. Horst Bauer, Leiter des Uni-Gebäudemanagements, rechnet mit zweieinhalb Jahren Bauzeit. Gleichzeitig soll auch der Zugang zum Welfengarten und dem Uni-Hauptgebäude erneuert werden. Den Bauantrag will die Hochschule Ende November einreichen – zum Ärger der Anwohner. Die sehen zwar ein, dass die Uni zusätzliche Gebäude benötigt. „Aber warum gerade dort und warum so groß?“, fragt ein Anwohner. Einige von ihnen bezeichnen den geplanten Neubau für rund 15 Millionen Euro als „Protzbau“ oder „Palast“. Sie rechnen mit mehr Verkehr und noch weniger freien Parkplätzen. Andere befürchten Lärm durch die Studierenden, Lichtverschmutzung und sorgen sich um die Bäume, die dort Ende Februar fallen sollen. Die vermuteten Fledermäuse konnte ein Gutachter auf dem Gelände aber nicht finden.

Anwohner wehren sich gegen den Uni-Neubau. Quelle: Priesemann

„Wir haben kein Platz mehr, wir können nur hier bauen“, machte indes Uni-Präsident Epping deutlich. Er zeigte zwar Verständnis für die Sorgen einiger Anwohner, konnte die Kritik am Gebäude aber nicht nachvollziehen. „Es fügt sich in das Straßenbild ein, wir stellen dort ja keinen Glaspalast hin“, so Epping. Für den städtischen Stadtplaner Andreas Zunft stellt es ebenfalls keine „überbordende Baumasse“ dar. Architekt Johannes Kister sprach von einer „schönen Komposition“. Er betonte, dass das Gebäude schließlich auch auf dem Grundstück der Leibniz-Uni stehen werde, Beteiligung also nicht unbedingt vorgeschrieben sei.

Das zählt für die Anwohner nicht. „Wir sind gewohnt hier in der Nordstadt nachbarschaftlich umzugehen. Das macht die Uni aber nicht“, klagt eine Anwohnerin. Viele hätten erst aus der Presse von dem geplanten Neubau erfahren und forderten einen Planungsstopp, damit die Bürger beteiligt werden könnten. Das lehnte Epping jedoch ab.

Hier soll das geplante Zentrum für die Lehramtsstudenten entstehen. Quelle: Michael Wallmüller

Von Sascha Priesemann

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