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Blutsauger: Die gemeine Zecke treibt wieder ihr Unwesen.

Blutsauger

Achtung: Die Zeckensaison geht auch in Hannover wieder los

Sie saugen unser Blut und übertragen über ihren Speichel Krankheiten: Zecken. Auch in Hannover ist die Zeckensaison wieder voll im Gang. Doch es gibt hilfreiche Tipps "und man muss nicht gleich in Panik verfallen", beruhigt der Experte von der Tierärztlichen Hochschule Hannover.

Hannover. Der Gemeine Holzbock ist weder ein Säugetier, noch interessiert er sich besonders für Holz. Denn hinter diesem Namen steckt die Zecke. Auch sie mag, wie der Mensch, das warme Wetter und wird jetzt wieder aktiv. „Durch den langen Winter sind die Tiere etwas später dran als sonst“, erklärt Thomas Schnieder, Leiter des Parasitologischen Instituts der Tierärztlichen Hochschule. Bei weniger langen Wintern würden Zecken schon im Februar und März auf die Suche nach einem geeigneten Wirt für ihre erste Blutmahlzeit gehen. Die brauchen die kleinen Tiere zum Überleben. „Die ersten Wirtstiere sind meist kleine Säuger, Mäuse etwa“, erläutert Schnieder. „Denn die finden die Zecken meist in direkter Umgebung.“

Danach richte sich auch, wie gut sich die Zeckenpopulation entwickle. Denn auch trotz der Tatsache, dass die Spinnentiere gut durch den Winter gekommen seien, könnten viele sterben, wenn sie ihre erste Blutmahlzeit nicht rechtzeitig bekämen.

Dabei holen sie sich auch das, wovor sich die Menschen am meisten fürchten – die Krankheitserreger. Diese werden durch Blutsaugen bei anderen Tieren übertragen und nicht vererbt. „Vor den Zecken selbst muss man keine Angst haben, denn die Stiche können sich, ähnlich wie bei Mückenstichen, schlimmstenfalls entzünden“, sagt Schnieder, „wesentlich unangenehmer ist das, was sie durch ihren Speichel übertragen können. Und da stehen Borrelien an oberster Stelle.“ Durchschnittlich trügen etwa 20 bis 30 Prozent der Zecken Krankheitserreger in sich (siehe Kasten). „Es ist empfehlenswert, sich im Anschluss an Spaziergänge noch am gleichen Tag nach Zecken abzusuchen“, rät der Experte. „Eine Zecke sucht sich immer eine warme Körperstelle mit weicher Haut, wie Kniekehle, Leiste oder Armbeuge. Je nachdem, an welcher Stelle sie auf dem Wirt landet, kann sie nach zehn Minuten oder erst viel später zustechen“, so Schnieder. „Nach etwa 24 Stunden beginnt dann die Übertragung von Krankheitserregern.“ Das Zeitfenster sei also ausreichend, um eine Zecke rechtzeitig zu entfernen.

„Man muss nicht gleich in Panik verfallen“, beschwichtigt der Professor. „Am Besten nimmt man eine Pinzette, setzt möglichst tief an und zieht die Zecke samt Stechapparat gerade heraus.“ Vielleicht müsse etwas gerüttelt werden, denn die Tiere fixierten sich mit einer Art Kleber, um nicht zu schnell abzufallen. Die herausgezogene Zecke vernichte man am Besten, denn es sei nicht zu sehen, ob der Trinkvorgang schon abgeschlossen sei. „Am sinnvollsten ist es, die Tiere zu töten, denn wenn man sie frei lässt, besteht die Gefahr, dass sie noch jemanden stechen und so weitere Krankheiten übertragen werden.“ In einer gut verschlossenen Tüte könnten sie einfach im Mülleimer entsorgt werden. „Wer Bedenken hat, dass die Zecke Borrelienträger sein könnte, kann sie zu uns ins Institut schicken. Wir untersuchen sie dann.“ So sei es bei einer verzögerten Erkrankung einfacher, auf die richtige Diagnose zu kommen. „Oftmals sind die Symptome sehr unterschiedlich. Und wenn man sich nicht an einen Zeckenbiss erinnert, ist es entsprechend schwerer, auf die Borreliose zu schließen“, so Schnieder.

Eine konkrete Maßnahme gegen die Blutsauger gäbe es nicht. „Mittel wie Autan verströmen einen Duft, den die Zecken nicht mögen. Das hilft für einige Stunden“, empfiehlt er. Ansonsten könne nur durch lange, geschlossene Kleidung vorgebeugt werden. „Wenn sie zum Beispiel die Hose in die Socken stecken, ist es für die Zecke schwerer, einen Zugang zur Haut zu finden.“ Im Garten kann der Rasen kurz gehalten werden.

„Zecken halten sich gern auf Gräsern auf, wo sie auf Wirte warten, von denen sie abgestreift werden. Kurzer Rasen dürfte keine Umgebung sein, in der sie sich wohl fühlen.“ Natürliche Feinde gibt es kaum. „Die Sonne kann für Zecken gefährlich werden. Sie trinken nicht, sondern nehmen Feuchtigkeit über den Körper auf. Wird es zu trocken, sterben sie.“ mko


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