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Hannover

Abriss der Hochstraße? Stadt hatte Bedenken

Bereits im Jahr 2004 hat die Stadtverwaltung untersucht, wie der Verkehr ohne Raschplatz-Hochstraße durch die City geführt werden kann. Ergebnis: Es geht, dafür müssten aber ebenerdig zusätzliche Fahrspuren gebaut werden. Acht Jahre später sieht das Ergebnis ganz anders aus.

Hannover. Bei den aktuellen Plänen von Region und Stadt für die längere Üstra-Linie 10 gibts zwar auch keine Hochstraße mehr, dafür aber zwei Stadtbahngleise. Die Zahl der ebenerdigen Fahrspuren soll aber viel geringer werden als noch 2004 vorgeschlagen (siehe Grafiken). Grob gesprochen bleibts nur bei den vorhandenen ebenerdigen Fahrbahnen.

In den Unterlagen, die die Stadt 2004 der Politik vorgelegt hat, finden sich noch Sätze wie: „Soll eine vollständige ebenerdige Verkehrsführung durch den Abriss der Hochstraße realisiert werden, so ist ein Ausbau (...) zwischen der neuen Rundestraße und der Königstraße erforderlich.“ Drei „durchgängige Geradeausfahrstreifen“ und an den Kreuzungen „jeweils separate Fahrstreifen für den (...)abbiegenden Verkehr“ sind vorzusehen“.

In der Planung von 2012 gibts keine drei durchgehenden Geradeausspuren mehr, dafür sind diese häufig gleichzeitig auch noch als Rechtsabbieger vorgesehen.

Übrigens attestieren die Unterlagen aus 2004, dass sich durch den Abriss der Hochstraße an der Lister Meile die „Verkehrsqualität für querende Fußgänger verschlechtern“ wird: „Die Wartezeiten werden sich erhöhen, und der Anteil derer, die in einem Zuge die Hamburger Allee queren können, wird sich deutlich reduzieren.“ Nun sind zwar weniger Straßen vorgesehen, dafür aber Stadtbahnen, die Vorrang vor den Fußgängern haben werden.

Wie kann es innerhalb von acht Jahren so unterschiedliche Einschätzungen zum Abriss der Hochstraße geben? Stadtsprecher Alexis Demos betonte, die aktuellen Untersuchungen seien sehr viel genauer als die von 2004. Damals sei noch mit starren Ampelschaltungen geplant worden, das gehe inzwischen sehr viel intelligenter.

Außerdem nehme der Verkehr in dem Bereich grundsätzlich ab. 1995 seien auf der Hochstraße und den Spuren am Boden pro Tag 65 000 Fahrzeuge unterwegs gewesen, 2009 dagegen nur noch 48 000. Die aktuellen Pläne seien mit einer Computersimulation „der realen Zustände errechnet worden“. Demos: „Im Ergebnis zeigen die Simulationen, dass der Verkehr auf weniger Spuren leistungsfähig abgewickelt werden kann.“

Die vorliegenden Pläne seien allerdings Entwürfe, es sei möglich, dass auch noch zusätzliche Abbiegespuren dazukämen. Auf die Unterschiede zwischen den aktuellen Überlegungen und den Plänen von 2004 hat jetzt die Initiative „Pro D-Tunnel“ hingewiesen, die sich intensiv mit der neuen Strecke für die Stadtbahnlinie 10 beschäftigt. Der Vorsitzende, Jens Pielawa, sagte gestern: „Die alte Planung wird einfach unter den Tisch fallen gelassen, wir glauben, es sind auf jeden Fall zu wenig Fahrspuren.“ wig


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