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FAN-ANWALT: Andreas Hüttl vertrat vor Gericht drei 96-Fans, die gegen Aufenthaltsverbote geklagt hatten.  Foto: Petrow

FAN-ANWALT: Andreas Hüttl vertrat vor Gericht drei 96-Fans, die gegen Aufenthaltsverbote geklagt hatten. Foto: Petrow© Florian Petrow

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Aufenthaltsverbote

96-Ultras scheitern mit Klage

Sie müssen ein Jahr lang bei Heimspielen von Hannover 96 weiträumig das Stadion meiden. Gegen das Aufenthaltsverbot klagen drei 96-Ultras. Das Verwaltungsgericht wies die Klagen zurück. Die Polizei führt 96-Ultras in der Datei "Gewalttäter Sport".

hannover. 3:1 für die Polizeidirektion Hannover: Gestern hat das Verwaltungsgericht drei Klagen von 96-Ultras zurückgewiesen. Sie dürfen bis zum Ende der Saison keine Heimspiele von Hannover 96 und der Amateurmannschaft aufsuchen. Sechs Stunden vor den Spielen und sechs Stunden danach müssen sie die Innenstadt rund um die HDI-Arena, das Eilenriede- und das Beekestadion meiden. Allerdings hat die Zehnte Kammer um Richter Andreas Kleine-Tebbe wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Klage die Berufung zugelassen. Ein Anschlusstreffer für die 96-Ultras.

Für Fan-Anwalt Andreas Hüttl sind die Verbotsverfügungen viel zu allgemein. „Die Akten gleichen sich, inklusive der Rechtschreibfehler“, so der Anwalt. Für so ein weitreichendes Aufenthaltsverbot müsste die Angaben individualisierbar sein. Die Polizei hatte gegen 47 „Problemfans“ ein Aufenthaltsverbot für die Saison 2016/17 verhängt. Drei Ultras zogen ihre Klage zurück, drei haben gestern den Rechtsweg beschritten.

Die Polizei stützte das Aufenthaltsverbot auf die Feststellung, dass die 96-Anhänger mehrmals im Zusammenhang mit Gewalttätigkeiten rund um den Fußball in Erscheinung getreten seien. Seit diesem Jahr führt die Polizei die Kläger in der Datei „Gewalttäter Sport“.

Das Gericht rollte die Ereignisse systematisch auf. Bei allen drei Klägern fanden sich Ereignisse, die als strafrechtlich relevant erachtet wurden. So „kontrollierte“ Stephan R. am 3. November 2013 um drei Uhr nachts an der HDI-Arena Personen, ob sie aus Braunschweig kamen. Es stand das Bundesliga-Derby gegen Braunschweig an. Die beiden anderen Kläger, Florian S. und Torben R., wurden am 3. Oktober 2015 in Gewahrsam genommen. Eine Gruppe von 96-Ultras wollte in der Lützowstraße (Mitte) Werder-Bremen-Fans auflauern. Die Polizei konnte den Zusammenstoß der Gruppen in letzter Sekunde verhindern. Die drei Kläger waren auch dabei, als 96-Anhänger am 21. November 2015 einen Regional-Express in Lürup (kurz vor Mönchengladbach) zerlegten. Gladbach-Ultras hatten den Zug angegriffen, 96-Anhänger zogen die Notbremse und stürmten auf den Bahnsteig.

Die Kläger waren nicht im Gericht. Insofern konnten sie nichts dazu sagen, wie sie das Verhältnis von Fußball und Gewalt sehen. Daher konnte das Gericht auch keine Abkehr von der Ultra-Szene bei den Klägern erkennen. Insofern sei das weitreichende Aufenthaltsverbot rechtens, urteilte die Zehnte Kammer. Richter Kleine-Tebbe sagte: „Mein Eindruck ist, dass sich in dieser Szene eigene Rechtsvorstellungen entwickelt haben.“


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