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Kriminalität

96-Chaoten bejubeln Mordversuch an Polizisten

Auf der einen Seite Pyro-Randale, auf der anderen Skandal-Banner: Beim Spiel 96 gegen Wolfsburg am Dienstagabend haben sich bei den Fans hüben wie drüben beschämende Szenen abgespielt. Auf Hannoveraner-Seite hielten Fußball-Chaoten im Oberrang der Nordkurve ein Transparent mit der Aufschrift „We love Teens! ACAB!“ hoch. Vor dem Schriftzug war eine rote, blutige Hand zu sehen, dahinter ein Messer. Die Polizei bezieht das Spruchband auf das versuchte Tötungsdelikt eines Teenagers (15) an einem Kollegen (34) der Bundespolizei am vergangenen Freitag im Hauptbahnhof (NP berichtete).

Hannover. Die Empörung über das Banner war gestern groß. „Hier wird wieder deutlich, dass es sich bei diesen Leuten nicht um Fußball-Anhänger handelt. Sie haben sich als Straftäter geoutet“, sagt Martin Ackert, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Hannover. Zu dieser Dienststelle gehört der 34-Jährige, dem die Angreiferin ein Messer in den Hals gestochen hatte. Die Polizeidirektion Hannover hat ein Verfahren eingeleitet. „Wir ermitteln wegen Beleidigung“, so Sprecher André Puiu. Gegen Unbekannt. Noch. Es dürfte allerdings für die Polizei keine Hürde sein, diejenigen zu identifizieren, die das Transparent gehalten haben: Nach NP-Informationen gibt es gestochen scharfe Bilder aus der Videoüberwachung. Zu sehen sein sollen mehrere Männer, von denen keiner vermummt ist. Für Ackert stellt sich in dem Fall die Frage nach Stadionverboten: „Hannover 96 muss sich fragen lassen, ob man solche Leute in der Arena haben will.“

Als „geschmacklos und respektlos“ stuft der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Niedersachsen, Dietmar Schilff, das Zeigen des Banners ein. Zudem erinnert er daran, dass 96-Präsident Martin Kind im Januar 2013 zugesagt habe, das Verbot der Buchstaben-Kombination ACAB (All Cops Are Bastards, alle Polizisten sind Bastarde) in die Stadionordnung aufzunehmen. Schilff fordert, dass sich der Verein beim nächsten Heimspiel beispielsweise mittels einer Stadiondurchsage von dem Vorgang distanziert: „Das können meine Kollegen erwarten.“

96-Pressesprecher Christian Bönig tat gestern schon mal die Meinung des Vereins kund: „Wir verurteilen jede Art von Gewaltverherrlichung, -aufforderung und -ausübung.“ Er kündigte an, das Thema wird „in den verschiedenen Gremien besprochen“.

Britta Mahrholz


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