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Meine Stadt 82-Jähriger bürgt für Prostituierte
Hannover Meine Stadt 82-Jähriger bürgt für Prostituierte
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16:45 09.10.2018
HAT GUT LACHEN: Anwalt Matthias Doehring vertritt den Vermieter im Rechtsstreit gegen den Bürgen der Prostituierten. Foto: Quelle: Nagel
Hannover

Eigentlich ist es nur eine ganz normale Klage zwischen Vermieter und Mieterin. Doch hinter dem Streit verbirgt sich eine pikante Episode. Weil Chantal Kilian (43, Name geändert) seit fünf Monaten keine Miete gezahlt hatte, wurde die Wohnung in der Nordstadt geräumt. Der Vermieter musste anschließend die vier Wände sanieren. Kosten: 7321 Euro. Die ausstehende Miete belief sich auf 5482 Euro plus die Kosten für die Räumung und Rechtsanwalt.

Da die Frau nicht mehr greifbar war, wandte sich der Vermieter an ihren Bürgen. Der 82-Jährige stand seit dem Mietverhältnis ab dem 1. September 2014 für „Kiki“ ein. Als der Vermieter Geld von dem erfolgreichen Unternehmer forderte, erklärte der Unternehmer überraschend: Der Mietvertrag sei sittenwidrig, weil die Frau als Prostituierte gearbeitet habe. In der Wohnung hatte „Kiki“ (so der Künstlername) eine „Medizinische Massagepraxis“. Im Internet warb sie: „Ich massiere Dich mit warmen geruchsfreien Massageöl. Wir sind dabei ganz nackt. BODY to BODY ...“. „Mein Mandant wusste nichts davon, dass die Mieterin als Prostituierte arbeitete. Wäre das der Fall gewesen, hätte es das Mietverhältnis nicht gegeben“, sagt Kläger-Anwalt Matthias Doehring.

Das Landgericht folgte der Argumentation des „sittenwidrigen Vertrages“ nicht. Also muss der Bürge die Miete zahlen. Bei den Renovierungskosten war sich Richterin Katharina Ramseger noch nicht sicher. Sie meinte zwar: „Die Räume wirken dreckig und abgenutzt.“ Aber die Fotos des Vermieters erklärten den Renovierungsarbeiten nur teilweise. „Kiki“ hatte nicht nur die Angewohnheit mit ihrem nackten Körper die Sinne der Männer zu verwirren, sondern sie setzte auch auf die Wirkung von Kerzen und Räucherstäbchen. Entsprechend sehen die Räume aus.

Einen Vergleich lehnte der Anwalt des Bürgen ab. Man werde sich das Geld von der „jungen Frau“ wiederholen, sagte er. Anwalt Doehring erwiderte: „Es dürfte mühsam sein, einer nackten Frau in die Tasche zu greifen.“

Von Thomas Nagel

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