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Meine Stadt 50 Jahre Blasen für den Herrn
Hannover Meine Stadt 50 Jahre Blasen für den Herrn
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06:16 22.10.2012
HERZ UND SEELE: Heinz und Brigitte Baumgardt sind fast seit Gründung des Posaunenchors ein Paar. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Der heute 81-Jährige hat das Ensemble 1962 ins Leben gerufen. Die Organisation des Jubiläumsfests heute um 14.30 in der Lukaskirche soll nun einen Schlusspunkt setzen. „Danach fahre ich mit meiner Frau in Urlaub“, sagt er.

Vermissen wird er seinen Chor sicher, aber die Gemeinschaft wird nicht abreißen. Zu eng sind die Bindungen. Auch seine Frau Brigitte lernte er hier kennen. „Sie war die zweite Frau, die mitgemacht hat“, erinnert er sich.

Baumgardt kam 1962 als junger Diakon nach Hannover zurück. Der Stadtverband für Innere Mission, bei dem er beschäftigt war, betreute damals sechs junge DDR-Flüchtlinge. Die lernten gerade Blasinstrumente, doch der Lehrer fiel aus. Baumgardts Chef, Pastor Wolfgang Prenzler, appellierte an den begeisterten Trompeter: „Können Sie das verantworten?“ Das konnte Baumgardt nicht. „So wurde ich Chorleiter, ohne wirklich Ahnung davon zu haben.“

Aber er war mit Herz bei der Sache. Das Ensemble wuchs. „Und dann fing auch bald die Sache im Bahnhof an.“ Eine „Sache“, die noch heute jedes Jahr mehr als tausend Zuhörer begeistert, die Heilig Abend um Mitternacht das festliche Konzert im Hauptbahnhof besuchen. „Anfangs standen wir nur in einer Ecke, dann wurden die Besucher immer mehr.“

Der Posaunenchor hatte über die Jahre hunderte von Mitgliedern. Zum Jubiläum wollen 70 Ehemalige kommen. „Wir haben immer viel zusammen unternommen, damit die Gemeinschaft zusammenwächst“, so Baumgardt. Nicht nur er und seine Frau haben sich dabei gefunden. „Es wurden acht weitere Ehen im Chor geschlossen.“

Auslandsreisen führten das Ensemble nach Sibirien, Polen, Siebenbürgen und sogar nach Afrika. Aus der Reise nach Togo entstand eine dauerhafte Beziehung: 14 Ensemblemitglieder gründeten 1979 den Verein der Togo-Freunde Hannover, der seitdem 1,5 Millionen Euro Spenden für Kleinprojekte in dem westafrikanischen Staat gesammelt hat. Baumgardt wurde dort von einem Dorf sogar symbolisch zum König ernannt. Tracht, Krone und Thron hält er zu Hause in Ehren.

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