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Meine Stadt 2017 kommt Mückenplage auch nach Hannover
Hannover Meine Stadt 2017 kommt Mückenplage auch nach Hannover
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00:15 26.04.2017
EINGEWANDERt:Die asiatischeBuschmücke wurde auch schonsüdwestlich von Hannover gefunden.   Quelle: Foto: Walther/Kampen
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 Noch ist es zu kalt, aber mit den anstehenden wärmeren Temperaturen könnten auch die summenden und stechenden Plagegeister wieder Einzug in unsere Schlafzimmer, auf unseren Balkonen, beim abendlichen Angrillen im Garten halten.

Auf jeden Fall befürchten Experten in diesem Jahr eine wahre Mückenplage. „Die aktuelle Wetterlage mit starken Niederschlägen und warmen Temperaturen bietet ideale Fortpflanzungsmöglichkeiten für Stechmücken“, gab vor ein paar Tagen das renommierte Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) mit Sitz auf der Ostsee-Insel Riems bekannt. Was so freundlich klingt, ist für viele Menschen ein wahrer Horror: zerstochene und juckende Arme und Beine, ein nervtötendes „Bsssssst“ in der Nacht und neuerdings auch die Furcht vor Migrationsmücken etwa aus Asien. Die sorgen dort, aber auch schon im Süden Europas für die Verbreitung gefährlicher fiebriger Viruserkrankungen wie das Chikungunya-Fieber. Die Tigermücke etwa, ein aggressiver Stecher, der auch tagsüber sticht und auch mit ins Auto „steigt“, „und der prädestiniert dafür ist, verschiedene Krankheitserreger zu übertragen“, so Elke Reinking vom FLI zur NP.

Nicht die gefährliche asiatische Tiger-, aber die asiatische Buschmücke wurde auch schon südwestlich von Hannover gesichtet. „Verschiedene Exemplare von der gleichen Mückenart wurden seit 2013 zwischen Minden, Hildesheim und südlich von Hannover gefunden“, berichtet Reinking. Und beruhigt: „Im Gegensatz zu ihren Verwandten in den westdeutschen Rheinauen hat sie sich in Niedersachsen aber nicht großartig ausgebreitet.“ Und auch wenn einzelne Buschmücken bei uns herumschwirren, so scheint diese Art doch nicht so gefährlich zu sein wie die Tigermücke.

„Bei der Buschmücke weiß man, dass sie sich unter experimentellen Bedingungen im Labor mit Viren infizieren lässt. Aber man weiß noch nicht, ob sie das auch unter natürlichen Bedingungen weitertragen kann.“ Belege gebe es zumindest in unseren Regionen nicht dafür. Forscher machen auf Mücken übrigens besonders gern auf Friedhöfen Jagd. Die Blutsauger finden dort nämlich hervorragende Bedingungen vor, viele kleine Kita-Plätze für den Mücken-Nachwuchs aufzumachen. Reinking: „In Schalen und Untersetzern mit Wasser, in Gefäßen zum Gießen der Friedhofsbepflanzungen legen die Weibchen gern ihre Eier ab, da werden Wissenschaftler oft fündig.“

Von petra rückerl

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