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© Christian Behrens

Entdeckertag

200 000 auf Tour durch die Region, großes Fest in der City

Der 3. Entdeckertag der Region am Sonntag brachte allein in der City 110 000 Menschen auf die Beine, 90 000 nutzen das günstige Tagesticket zu einem Ausflug ins Umland. Riesige Stimmung bei Superwetter.

HanNover. Die Region ist in Bewegung, denn es gibt viel zu entdecken. 33 Ziele in Stadt, Umland und darüber hinaus hatte der 30. Entdeckertag am Sonntag zu bieten. Doch das Herz der Veranstaltung schlug in der Stadt.

Kleine blaue Fähnchen am Passerellengeländer markieren den Weg vom Hauptbahnhof zum Kröpcke. Nötig wäre die Wegführung nicht, denn der Menschenstrom in diese Richtung entfaltet seine eigene Sogwirkung. Es ist gute Tradition, nach dem kostengünstigen Ausflug ins Umland die zentrale Veranstaltung in der City zu besuchen.

Es ist voll zwischen Kröpcke und Aegi. Nur im Schneckentempo kann man sich mühsam durch die Menge und mit ihr vorwärts schieben. „So viele Menschen wie heute waren in den vergangenen Jahren nicht dabei, vor allem nicht so früh“, freut sich Regionssprecherin Christina Kreutz.

Es gibt rund 200 Stände zu den unterschiedlichsten Themen. Die Regionsverwaltung stellt die Arbeit mehrerer Fachbereiche vor. Auch Üstra und GVH sind dicht umlagert. Großes Interesse haben die Besucher an den E-Autos von VW, deren Technik man sich auf der Georgstraße erklären lassen kann.

Doch die dichtesten Trauben hängen vor den Bühnen. Neuankömmlinge werden gleich am Kröpcke etwa mit der starken Stimme von Tokunbo Akinro von der Jazzbühne empfangen. Auf der Hauptbühne am Opernplatz können schon am Nachmittag die Jetlags begeistern, im Wechsel mit Brazzo Brazzone sowie den Salsa-Vorführungen mit Emile Moise. Höhepunkt ist schließlich das A-capella-Quartett Maybebop.

Auch das Programm der anderen Bühnen kann sich hören lassen. Kurzfristig eingesprungen liefert die Conrad-Miller-Band auf der Bühne der Rupp-Bräu knackigen Bluesrock im Wechsel mit Rockcovern von Hartbeat.

Musik, die auch Manfred und Brigitta Kleinert (83, 81) gefällt. Das Ehepaar aus Misburg ist jedes Jahr dabei. „Diesmal sind wir aber das erste Mal nur in Hannover“, sagt Brigitta Kleinert. Die beiden sind gerade erst aus dem Urlaub zurückgekommen und hatten sich noch kein Programm organisieren können. „Sonst waren wir immer unterwegs. Man kann ja mit dem Ticket wunderbar überall hinfahren.“ Doch der ausgefallene Ausflug ist verschmerzbar, schließlich sei auch das Programm in der Stadt ganz toll. „Das muss man als Hannoveraner mitmachen und gesehen haben.“

Mitmachen ist überhaupt das Stichwort, denn an den meisten Ständen gibt es irgendetwas zu tun. Sogar bei der Bundesbank. Dort solle man unbedingt mal einen Blick hinter die Kulissen werfen, wirbt Regionspräsident Hauke Jagau in einer Talk-Einlage auf der Hauptbühne: „Das ist spannend und direkt hier um die Ecke.“ Den Goldbarren darf man dort zwar nur anfassen, mitnehmen kann man aber Zaster, schließlich ist die Filiale für die Bargeldverteilung in der Region zuständig. Hartmut Voges (60) hat 2000 Euro eingesackt, leider nur geschreddert.

Entdeckungen im Umland

Das Superwetter mag geholfen haben: Der Jubiläums-Entdeckertag war ein Riesenerfolg. 90 000 Ausflügler zog es mit Bus und Bahn ins Umland, das waren 30 000 mehr als im Vorjahr. In Hannovers City tummelten sich nach Angaben der Region als Veranstalterin rund 110 000 Besucher (Vorjahr: 70 000) zwischen sechs Bühnen und 200 Ständen.

Besonders beliebt im Umland war die Fossiliensuche im Steinbruch Höver, an der sich 2500 kleine und große Hobbysammler beteiligten. Die Deponie Wunstorf-Kolenfeld zog fast 2000 Neugierige an, und in der Rösterei der Hannoverschen Kaffeemanufaktur in Heeßel gönnten sich 1200 Kaffeefans einen Blick hinter die Kulissen. Den Bierbrauern im Gutshof Rethmar schauten 1000 Besucher beim Show-Brauen über die Schultern.

Bei „Fernreisenden“ beliebt waren am heutigen Entdeckersonntag vor allem Hameln und Bückeburg. Die Attraktionen für Gäste aus der Region Hannover: Schloss Bückeburg und das Rattenfänger-Freilichtspiel (2000 Besucherinnen und Besucher).

Regionspräsident Hauke Jagau würdigte in seiner Bilanz auch die fast 2000 ehrenamtlich Mitwirkenden, „die diesen Tag mit uns gestaltet haben.“ Im nächsten Jahr findet der Entdeckertag der Region am Sonntag, dem 9. September statt.

Von Andreas Krasselt


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