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unter druck: Ministerin Frauke Heiligenstadt.

Unter Druck: Ministerin Frauke Heiligenstadt.
 

Schule

171 Gymnasiallehrer an Grundschulen abgeordnet

Heiligenstadt nennt Zahl im Landtag. Vergangene Woche waren es noch 55 abgeordnete Lehrer.

Hannover.  In Niedersachsen sind inzwischen 171 Gymnasiallehrer an Grundschulen abgeordnet worden, um dort eine Unterrichtsversorgung von 100 Prozent zu erreichen.

Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) nannte die Zahl gestern im Landtag. In der vergangenen Woche hatte die Zahl der Abordnungen noch bei 55 gelegen (NP berichtete).

Die Ministerin kündigte an, dass weitere Gymnasiallehrer vorübergehend an Grundschulen wechseln müssen, eine Zahl nannte die sie allerdings nicht. Außerdem würde der Unterricht von Teilzeitkräften aufgestockt. Abordnungen, die zwischen den Schulen umstritten seien, sollten künftig vom Präsidenten der Landesschulbehörde geprüft werden.

In den vergangenen Wochen hatte es immer wieder Kritik von CDU und FDP an der Unterrichtsversorgung im Land gegeben. Das Ministerium schätzt sie derzeit auf 98 Prozent.

Heiligenstadt sagte, die Opposition weigere sich zur Kenntnis zu nehmen, dass das Land mit vielen Maßnahmen versuche, die Situation zu verbessern. Bundesweit würden Lehrer fehlen, die Situation in Niedersachsen sei auch nicht schlechter als in anderen Ländern. Es gebe überall weniger Bewerber als offene Lehrerstellen.

 In Niedersachsen seien Studienseminare von CDU und FDP geschlossen worden. Die Ministerin mit Blick auf die Opposition: „Fakten sind für Sie nicht interessant, Hauptsache, Sie können mit Dreck werfen.“

Björn Försterling (FDP) hatte Heiligenstadt vorgeworfen, „Unterricht findet aktuell in diesem Chaos nicht statt“. Kai Seefried (CDU) sagte: „Rot-Grün ist am Ende, diese Kultusministerin ist am Ende.“

Der Verband der Elternräte der Gymnasien rief die Eltern zu Protesten gegen Abordnungen und schlechte Unterrichtsversorgung auf. Der Philologenverband kritisierte, abgeordnete Gymnasiallehrer würden an den Grundschulen als Pausenaufsicht eingesetzt. Dies sei „eine unerträgliche Verschwendung von wertvollen Unterrichtsstunden, die den Gymnasien fehlen“, rügte der Verbandsvorsitzende Horst Audritz.
 

Von wig


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