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Meine Stadt 15 Jahre „Fixpunkt“: Ein Anfang zum Ausstieg
Hannover Meine Stadt 15 Jahre „Fixpunkt“: Ein Anfang zum Ausstieg
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00:16 18.04.2013
ANLAUFSTELLE: Der Fixpunkt von Step.
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Hannover

Ein stabiler?Zaun, dahinter ein blau gestrichenes Flachdachhaus direkt an den Bahngleisen – wohnen möchte an der Ecke Hamburger Allee/Arndtstraße garantiert niemand. Seit 15 Jahren ist das Gebäude für Hannovers Abhängige so etwas wie ein Zuhause: Im „Fixpunkt“ können sie sich den Schuss setzen.

Montag hat die Einrichtung der Therapiekette Step ihren Geburtstag gefeiert. Serdar Saris, Chef der Drogenhilfekette, erinnerte an die Anfänge. Damals, als sich im Tunnel an der Fernroder Straße die Drogenszene traf.

„Aus Sperrmüll hatten sie sich Wohnzimmer eingerichtet. Nicht nur nachts brannten die Lagerfeuer“, weiß Sozialdezernent Thomas Walter. Vor den Augen von City-Kunden und Kindern setzte sich damals so mancher einen Druck. Das versammelte Elend machte bundesweit Schlagzeilen.

Ex-OB Herbert Schmalstieg, die damalige Justizministerin Heidi Merk (heute seine Frau), Walter und die Step besannen sich auf neue Hilfe. Niedrigschwellig sollte sie sein und die Szene aus dem Tunnel bringen. Als dritte Stadt in der Bundesrepublik (nach Hamburg und Frankfurt) richtete Hannover den „Fixpunkt“ ein. Das Land förderte Bau und Einrichtung mit umgerechnet 250?000 Euro. Die Stadt gab für Personal- und Sachkosten einen Zuschuss in derselben Höhe – jährlich.

Diejenigen, die auf der Straße unter erbärmlichsten Umständen gelebt hatten, fanden ihre Würde zurück. Durch Kontakte zu den Ärzten und Sozialarbeitern gelang manchem der Ausstieg. 15 Jahre „Fixpunkt“ – Vikas Bagat, Leiter des Step-Angebots, präsentiert dazu diese Zahlen: 2,1 Millionen Spritzen ausgegeben, 600?000 sogenannte Konsumvorgänge begleitet, 1327 Menschen in Notfällen geholfen, 210 Kilometer Verbandsmaterial eingesetzt, 502563 Liter Kaffee ausgeschenkt, 15 Hausverbote auf lebenslang erteilt, eine Razzia erlebt, aber keinen einzigen Todesfall.

Thomas Walter hält den Druckraum für nach wie vor notwendig, für überlebenswichtig. „Seine Einrichtung war ein Risiko“, sagt er. Das Landeskriminalamt habe gegen Schmalstieg, Merk und ihn sogar wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt.

In Spitzenzeiten kamen bis zu 250 Menschen täglich in das blau gestrichene Haus. Heute sind es etwa 80. Anders als früher spritzt jeder Fünfte auch Kokain. „Das macht sie gereizt, aggressiv, paranoid. Die Hilfe wird schwieriger“, sagt Bagat.

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