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Meine Stadt 125 Jahre Madsack: "Wir wollen das Publikum berühren"
Hannover Meine Stadt 125 Jahre Madsack: "Wir wollen das Publikum berühren"
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18:14 12.06.2018
Regisseur Brendan Shelper

Sie haben die Multimedia-Show für die Madsack-Feier am Sonnabend entworfen. Darunter kann sich vielleicht nicht jeder was vorstellen. Was kann man erwarten?
Im Kern geht es uns darum, Geschichten zu erzählen, mit Lichtprojektionen, Tanz und Musik. Wir wollen erzählen, wie August Madsack nach Hannover kam und hier den Anzeiger gründete. Aber wir wollen auch eine wahre Liebesgeschichte aus Hannover erzählen. Wir wollen zeigen, was Madsack und das Anzeiger-Hochhaus für Hannover bedeuten.

Das Hochhaus ist allerdings derzeit nicht zu sehen.
Es ist hinter einem Gerüst verborgen, das stimmt, aber genau das wollen wir nutzen. Wir werden die Plane für die Projektionen der Show nutzen. Und die Projektionen werden von den Tänzern gesteuert.
Wie das?
Die Tänzer hängen an Seilen, sie können vertikal an der Hochhauswand tanzen, durch projizierte Landschaften laufen. Und die Projektionstechnik ist so intelligent, dass sie die Bewegungen der Tänzer lesen und darauf reagieren kann. Dadurch entsteht eine Einheit von Bild und Tanz – das ist ziemlich einzigartig. Es wird daneben aber auch traditionelle Elemente wie Operngesang geben – es wird spektakulär.

Sie kommen aus Australien, leben jetzt in Deutschland. Ist das deutsche Publikum leicht zu begeistern?
Ich würde sagen, dass die Deutschen im persönlichen Umgang am Anfang etwas zurückhaltender sind als die Australier. Aber als Publikum sind die Deutschen einfach immer offen und aufgeschlossen. Es gibt hier auch eine lange Tradition von Tanztheater, Entertainment, Cabaret – sie wollen unterhalten werden und zeigen, wenn ihnen eine Show gefällt. Das macht es für mich und meinen Job leichter (lacht).

Ist es überhaupt noch möglich, die Menschen zu begeistern, wenn jedes Erlebnis nur einen Klick entfernt ist?
Ich denke, dass das sehr wohl möglich ist. Wir leben in einem Strom von schnellen Eindrücken, Twitter-Nachrichten, Youtube-Videos, die wir sehen und sofort wieder vergessen. Unser Ziel ist es, ein Erlebnis zu schaffen, das bleibt. Und deshalb wollen wir Geschichten erzählen, die den Menschen in Hannover etwas bedeuten, auch im Sinne des Mottos des Festes: Herzschlag unserer Heimat.

Ist das reine Unterhaltung oder wollen Sie die Leute auch  zum Nachdenken bringen?
Beides. Sie sollen lachen, weinen, sich verlieben und nachher vielleicht auch nachdenklich sein und eine neue Perspektive durch unser Stück kennengelernt haben. Das wäre mir das Liebste (lacht). Wir wollen das Publikum mit unserer Geschichte berühren.

Braucht man dafür moderne, spektakuläre Show-Elemente?
Nun, wir alle freuen uns, wenn wir Dinge sehen, die wir noch nie gesehen haben. Deshalb denken wir immer über neue, innovative Darstellungsformen nach, um das Publikum zu fesseln. Doch manchmal ist es besser, sich auf die Tradition zu besinnen und die Dinge zu vereinfachen, zu ihren Wurzeln zurückzuführen. Das Einfache kann umso eindringlicher sein, wenn man vorher ein fulminantes Showelement hatte.

Wie kamen Sie  dazu, solche spektakulären Shows zu organisieren? So etwas lernt man doch nicht gerade in der heimischen Garage.
Ich habe Theater und Akrobatik studiert, dann habe ich in Sydney für eine Gruppe gearbeitet, die sich auf sehr breite Unterhaltungsformen spezialisiert hat, also Theater, aber auch andere Präsentationen. In Kanada bin ich mit einem Ensemble in Kontakt gekommen, die sich mit sehr großen Projektionen bei Events einen Namen gemacht hat. Und in Frankreich habe ich schließlich eine Gruppe kennengelernt, die Eröffnungsfeiern etwa für Olympische Spiele organisieren kann. Und diese Erfahrungen haben mich gelehrt, was möglich ist und wie man Tausende, Zehntausende Zuschauer auf einmal begeistern kann. Das tun zu können, finde ich großartig.

Von Heiko Randermann

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