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Wunstorf

Schulausschuss votiert für Verhandlung über IGS-Trägerschaft

Der Schulausschuss des Rates hat am Mittwochabend einstimmig empfohlen, dass die Stadt mit der Landeskirche Verhandlungen über eine kirchliche Trägerschaft für die neue Integrierte Gesamtschule (IGS) aufnimmt.

Lediglich Lehrervertreterin Heike Duve Diekmann enthielt sich der Stimme. Wolfgang Schulz-Binz stimmte im Namen des Stadtelternrates zu. Allerdings will das Gremium an den Verhandlungen beteiligt werden. Das sagten Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt und Kirchenvertreterin Kerstin Gäfgen-Track zu. Geklärt werden muss nur, ob ein oder zwei Elternvertreter benannt werden.

Der Entscheidung ging eine zweistündige Diskussion voraus. Entgegen der Gepflogenheit der Ratsausschüsse unterbrach Vorsitzender Ulrich Troschke (SPD) die Sitzung, um dem Publikum Gelegenheit zu Fragen und Beiträgen zu geben. Wie schon bei einer Informationsveranstaltung des Elternrates am Abend zuvor spielte das Thema Religionsunterricht eine entscheidende Rolle. Allerdings waren weit weniger Gäste erschienen als bei der Elternratssitzung.

Auffällig ist, dass kritische Worte nicht nur von betroffenen Eltern kommen, sondern auch von pensionierten Pädagogen. Die tun sich offenbar schwer bei dem Gedanken an den kirchlichen Schulträger.

Erstmals äußersten sich die Grünen öffentlich. Ratsfrau Meike Holste sagte, an der Basis ihrer Partei gebe es eine dünne Mehrheit für die Kirchenträgerschaft. Holste fragte an, was mit Schülern geschehe, die vom Hölty-Gymnasium auf die IGS wechseln wollten. Außerdem habe sie mit der türkischen Elterninitiative gesprochen, die demnach ihre Kinder nur dann zur IGS schicken wollen, wenn es dort muslimischen Religionsunterricht gebe. Die Kirchenvertreterin sagte erneut zu, dass sie einen solchen Modellversuch anschieben wolle, wenn genügend Nachfrage bestehe.

Heinz-Gerhard Kück begründete für die CDU die Zustimmung und den damit verbundenen Sinneswandel für eine IGS unter anderem mit dem sehr guten Ganztagsangebot. Harald Brandes nannte das Angebot des kirchlichen Träger faszinierend.

Allerdings mahnen die Politiker zur Eile. Das Problem Zeit spielt eine große Rolle. Wieder berichteten Eltern am Donnerstag, dass sie im Kultusministerium die Auskunft bekommen haben, der Trägerschaftswechsel könne nicht schon zum neuen Schuljahr klappen. Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt sagte, er erwarte von den staatlichen Behörden, dass der eindeutige politische Wille aus Wunstorf zügig umgesetzt werde.
Albert Tugendheim


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