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Eine Lehrerin der Sophie-Scholl-Gesamtschule soll einen ihrer Schüler an die Leine gelegt haben.

Eine Lehrerin der Sophie-Scholl-Gesamtschule in Wennigsen soll einen ihrer Schüler an die Leine gelegt haben.© Wilde

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Schüler an Leine

Kinderschutzbund fordert Beschwerdestellen

Nach einem am Dienstag bekannt gewordenen Fall eines offenbar von seiner Lehrerin angeleinten Schülers der Sophie-Scholl-Gesamtschule in Wennigsen (Niedersachsen) hat der Deutsche Kinderschutzbund Niedersachsen unabhängige Beschwerdestellen für Kinder gefordert. Die Pädagogin soll einen Schüler bei einer Jahrgangsfahrt an die Leine gelegt haben.

Wennigsen. "Leider erleben Kinder immer wieder unterschiedlichste Facetten von Gewalt". Gerade in Schulen brauchen die Jungen und Mädchen unbedingt verlässliche Formen, die ihnen vertrauensvolle Kommunikation und direkte Unterstützung sichern", sagte der Landesvorsitzende Johannes Schmidt am Mittwoch. Der Bund beruft sich auf das 2012 in Kraft getretene Bundeskinderschutzgesetz, das strukturelle Maßnahmen im Kinderschutz vorschreibt.

Gewalt an Schulen

Eine Lehrerin der Sophie-Scholl-Gesamtschule in Wennigsen soll einen ihrer Schüler an die Leine gelegt haben, um ihn zu disziplinieren. Dürfen Lehrer bei besonders renitenten Schülern zu so drastischen Mitteln greifen?

Die KGS-Lehrerin soll ihren Schüler, er geht in die achte Klasse, an einer Führleine wie einen Hund den Gang auf- und abgeführt und seinen Mitschülern vorgeführt haben - als erzieherische Maßnahme. Die Leine soll sie ihm um den Bauch gebunden haben. Das offensichtliche schlechte Benehmen des Junge habe die Pädagogin zu der drastischen Maßnahme getrieben. Sie habe das Kind nach Hause schicken wollen. Weil es aber niemand abholen wollte und der Schüler schon mehrfach davongelaufen war, versuchte die Lehrerin, ihn mit der Leine zu disziplinieren.

„Wir ermitteln“, bestätigt die Sprecherin der Landesschulbehörde Susanne Strätz die Vorkommnisse. Der Vorfall soll bereits vor den Herbstferien im Oktober passiert sein, wurde aber erst jetzt öffentlich. Über die zuständige Dezernentin der Schule bekam die Landesschulbehörde Kenntnis von dem Vorwurf. „Wir prüfen, welche Vorwürfe genau im Raum stehen“, sagt Strätz.

Disziplinarische Konsequenzen gab es für die Lehrerin noch nicht, weil die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind. Strätz verweist bei der Frage, was auf die Pädagogin zukommen könnte, auf das Niedersächsische Disziplinargesetz. Je nach Schwere des Dienstvergehens haben Beamte in äußerster Konsequenz sogar eine Entfernung aus dem Beamtenverhältnis zu befürchten.

Der Zwischenfall bei der Klassenfahrt soll kein Einzelfall sein. Die Landesschulbehörde geht inzwischen auch früheren Vorwürfen gegen die Lehrerin nach, die erst im Zuge der laufenden Ermittlungen zur Sprache gekommen seien. Das alles sei recht umfangreich, sagt Strätz. Die Landesschulbehörde stehe in engem Kontakt mit Schulleitung und Elternvertretung.

Martin Kunz, Vorsitzender des Schulelternrats, wünscht sich, dass die Sache schnellstmöglich in einem fairen Verfahren geklärt wird. Die Elternvertreter hätten die Schulbehörde angeschrieben und mit den zuständigen Leuten gesprochen. Kunz spricht von Fürsorgepflicht den Schülern gegenüber.


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