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Foto: Symbolfoto: Bürgermeister Christoph Meineke hofft vor allem auf junge Familien, die sich im Neubaugebiet niederlassen könnten.

Symbolfoto: Bürgermeister Christoph Meineke hofft vor allem auf junge Familien, die sich im Neubaugebiet niederlassen könnten.© dpa Archiv

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Wennigsen

Grundstücksverkäufe in Klostergrund noch offen

Der Bebauungsplan für den Klostergrund in Wennigsen wird in den nächsten Tagen rechtskräftig. Ob in dem den größten Calenberger Baugebiet Pachtgrundstücke verkauft werden, ist aber noch offen.

Wennigsen. Das Thema ist anscheinend sehr sensibel: Das Neubaugebiet Klostergrund ist für die Gemeinde Wennigsen ein großer Hoffnungsschimmer. „Wir hoffen sehr auf junge Familien“, sagt Bürgermeister Christoph Meineke.

Er würde gern erreichen, dass bei dem Filetstück im Ort auch Kaufoptionen möglich sind, da die Pacht derzeit unattraktiv für Hausbesitzer sei. Darauf hat Meineke bereits in einem Schreiben hingewiesen, dass er bereits im Sommer an den Klosterkammerpräsidenten Hans-Christian Biallas geschickt hat.

Gestern gab es die Antwort: Nach Rücksprache der Rechtsaufsicht der Behörde weiß der Kammerpräsident nun, wie er mit den Pachtgrundstücken umzugehen hat. Grundsätzlich sei ein Verkauf möglich, aber nur, wenn die Interessen der Klosterkammer gewahrt bleiben. Außerdem können die Grundstücke nur an Kommunen oder gemeinnützige Organisationen veräußert werden.

Was dies konkret für die mehrere Hektar große Fläche an der Degerser Straße in Wennigsen bedeutet, ist noch unklar. Klosterkammer und Gemeindespitze haben bereits ein Gespräch für den 22. November vereinbart. Der Bürgermeister will weiterhin auf die Möglichkeiten des Eigentumserwerbs hinarbeiten. „Ich bin zuversichtlich, dass man eine praktikable Lösung findet“, sagt er.

Die Interessengemeinschaft Erbbau verweist auf die Grundstücke die vor gut zehn Jahren im Neubaugebiet Langes Feld in Wennigsen verkauft wurden. Damals seien jedoch einige Grundstücke mit dem Bauträger getauscht worden, der über Pachtgrundstücke in Hannover verfügte, sagt Kammerpräsident Biallas. „Wir wollen keinen Flickenteppich aus Pacht- und Kaufgrundstücken.“

Die positive Nachricht ist, dass überhaupt Bewegung in dem Gebiet mit rund 120 Wohneinheiten ist. Vor mehr als fünf Jahren wurden die ehemaligen Kleingartenparzellen bereits geräumt. Zuletzt hatte es noch bei den Ausgleichsflächen gehakt. Nun sind die Verträge unterschriftsreif.

Am Mühlbach entsteht ein großes Biotop

Für das Baugebiet Klostergrund werden umfangreiche Ausgleichsflächen der Natur überlassen. Das neue fünf Hektar große Biotop am Wennigser Mühlbach werden der Unterhaltungsverband Mittlere Leine und der Naturschutzbund (NABU) Wennigsen pflegen. von Michael Hemme Wennigsen. Für das Baugebiet Klostergrund ist der Bebauungsplan immer noch nicht rechtskräftig.

Die Gemeinde hatte zuletzt darauf bestanden, dass die Ausgleichsflächen an der Sorsumer Straße vorher vertraglich geregelt werden. „Das ist absolut üblich so und ich kann für die Klosterkammer keine Ausnahme machen“, sagt Bürgermeister Christoph Meineke. Erst nach längeren Verhandlungen hat die Kammer diesem Procedere nun zugestimmt.

In dem Bebauungsplan ist alles geregelt, selbst die Farben des Straßenpflasters. Die Ausgleichsflächen am Mühlbach stehen ebenfalls schon lange fest. Sie grenzen unmittelbar an bestehende Biotope des NABU. Der Mühlbach fließt in dem Abschnitt bereits sehr naturnah. Insgesamt würde die Naturschutzfläche auf neun Hektar wachsen“, sagt der NABU-Vorsitzende Gerhard Krick. Doch auch Biotope müssen gepflegt werden. Die Klosterkammer wird dies zwar bezahlen, aber nicht selbst machen. „Für uns alleine ist das zu groß“, sagt Krick. Er ist froh, dass der Unterhaltungsverband die Regie übernehmen wird. Dieser hat bereits Entwässerungsflächen für das Baugebiet vorgesehen. Die Ausgleichsflächen schließen sich daran an. Das Konzept liegt der Klosterkammer vor.

Mit der Unterzeichnung eines Vertrages wird in den nächsten Tagen gerechnet. Die Klosterkammer ist in der nächsten Woche auch Thema im Niedersächsischen Landtag. SPD und Die Linke fordern einen Stiftungsrat. „Wir sind keine Stiftung“, nennt Kammerpräsident Hans-Christian Biallas rechtliche Vorbehalte. Die Landesregierung habe aber bereits von sich aus vorgeschlagen, ein Kuratorium als Kontrollinstanz zu schaffen. „Die Richtung ist in Ordnung“, sagt Biallas. Allein in Wennigsen verfügt die Kammer über mehrere Hundert Pachtgrundstücke.


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Wennigsen ist ...

  • ... eine Gemeinde im Calenberger Land mit acht Ortsteilen und 14.000 Einwohnern.
  • ... direkt am und im Deister gelegen. Ausflugstipps? Hier klicken.
  • ... in die deutsche Geschichte eingegangen, weil dort 1945 die SPD wiedergegründet wurde.
  • ... Heimatort von Adolph Freiherr Knigge.
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