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Auf Eiersuche mithilfe des GPS-Satellitensignals.

Auf Eiersuche mithilfe des GPS-Satellitensignals.

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Wedemark

Geocaching: Zur Eiersuche braucht es GPS

Wohl jeden Stein am Wegesrand werden etwa 50 Kinder und Jugendliche am Dienstag in Brelingen umdrehen, sich suchend umschauen, Zettel lesen und vor allem immer wieder gebannt auf ein mobiles GPS-Navigationsgerät starren.

Wedemark. Sechs Gruppen - je eine aus der Wedemark, Langenhagen, Laatzen und Wunstorf sowie zwei aus Hannover - gehen drei Tage lang auf Schatzsuche. Versteckt hat das Team Jugendarbeit der Region die kleinen Objekte, die es aufzuspüren gilt. Mit einem Piepton zeigen die Navigationsgeräte an, wenn der Schatz in etwa fünf bis zehn Metern Entfernung erreicht ist.

„Ostern sucht man Eier, wir suchen mit GPS“, sagt Andre Heckert vom Team Jugendarbeit der Region Hannover. In der Jugendhalle in Mellendorf führte er jetzt Teilnehmer zwischen zehn und 16 Jahren in das Geocaching ein. Nicht nach ihren Augen und Ohren richten sich die Jugendlichen bei der modernen Schatzsuche; sie orientieren sich zum Aufspüren über geografische Koordinaten oder Kompassfunktion.

„Brelingen ist mit den Sandkuhlen ein wunderbares Gelände“, schwärmte Heckert. Zum dritten Mal ist die Rallye um die Trophäe „Das Superei“ ausgeschrieben. Erstmals ist die Wedemark Austragungsort, aber gewonnen haben die Wedemärker noch nicht. Das ein Meter hohe goldene Superei liegt bis dato in Langenhagen beim Vorjahressieger.

Mit einem gemeinsamen Frühstück in der Brelinger Mitte ab 11 Uhr beginnt der Wettkampftag, denn auch auf das Miteinander aller Teilnehmer kommt es den Jugendbetreuern an. Von 12 bis 15 Uhr sind die Gruppen unterwegs, am Mittwoch in Wunstorf, Donnerstag in Hannover. Die Abfahrt erfolgt jedesmal von der Mellendorfer Jugendhalle.

In Brelingen bringt das Team Jugendarbeit der Region elf Schätze unter. Sie werden, weil nur einmalig für diese Rallye ausgelegt, nicht unter den aktuell zwei Millionen weltweit im Internet freigeschalteten Schätzen registriert. Nach der Rallye bauen die Veranstalter die Verstecke wieder ab. Weitere ungebetene elektronische Schnitzeljäger stehen den Brelingern daher nicht ins Haus.

Interview:Jugendliche wollen Rätsel aufspüren

Geocaching (Geo: Erde, Cache: Versteck) ist als Freizeitbeschäftigung zunehmend attraktiv für Erwachsene und Jugendliche. Andre Heckert (51) aus dem Team Jugendarbeit der Region Hannover schildert, was dieses Hobby wertvoll für die aktive Jugendarbeit macht.

Wie sieht es aus – gehen Sie selbst auch auf elektronische Schnitzeljagd?

„Ja. Wenn ich Jugendliche für etwas begeistern will, muss ich selbst Zugang haben zu der Sache. Das trifft auch auf die vielen anderen Themen in der Jugendarbeit zu.

Was macht den Reiz aus?

„Rätsel aufzuspüren, ist für Kinder und Jugendliche immens wichtig. Sie knüpfen gern an die Welt von Harry Potter an. Für Erwachsene sind die Rätsel schwieriger, erfordern Spezialwissen oder stellen besondere sportliche Herausforderungen.

Warum hat die Jugendarbeit den Hype übernommen?

„Wir machen das seit fünf Jahren, seit sich die Bewegung explosionsartig verbreitet hat. Die Idee zu dem Spiel entstand, nachdem Satelliten seit dem Jahr 2000 nicht mehr nur für militärische Zwecke genutzt wurden. Geocaching ist ein spielerischer Anreiz für Bewegung in der Natur. Dabei ist der Radius weltweit. Man kann auch vielerlei Informationen über Landschaft oder Tiere, Geografie oder Kultur damit verbinden.


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Die Wedemark ist ...

  • ... eine Gemeinde im Norden der Region mit 16 Ortsteilen und 29.000 Einwohnern.
  • ... für Ortsunkundige verwirrend, weil es keine Ortschaft namens Wedemark gibt. Verwaltungssitz ist Mellendorf.
  • ... eine der reichsten Gemeinden Niedersachsens, wenn man das Pro-Kopf-Einkommen der Bürger betrachtet.
  • ... Gründungsort des ESC Wedemark, der 2010 als Hannover Scorpions deutscher Eishockeymeister wurde.
  • ... Sitz des Audiotechnik-Herstellers Sennheiser.
  • ... 6x pro Woche Thema in der Nordhannoverschen Zeitung, die als Heimatzeitung in der Wedemark der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.