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Karl-Hans Konert (von links), Sandra Koch, Peter Schulze und Helge Zychlinski freuen sich über zwei Geschenke für das Heimatmuseum.

Karl-Hans Konert (von links), Sandra Koch, Peter Schulze und Helge Zychlinski freuen sich über zwei Geschenke für das Heimatmuseum.© privat

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Bissendorf

Förderer schenken Museum Bild und Bettwärmer

Die Gemeinde ist um ein Bild des Wedemärker Malers Georg Heinrich Busse und einen Bettwärmer reicher: Der Förderverein des Richard-Brandt-Heimatmuseums schenkte der Gemeinde beides, damit es künftig die Ausstellung des Museums bereichert und öffentlich zugänglich ist.

Wedemark. Zwei Vorstandsmitglieder und Bürgermeister Helge Zychlinski unterzeichneten jetzt einen Schenkungsvertrag. Das Gemälde hat den Titel „Parklandschaft mit Kindern an einem Bach“ und stammt von dem 1810 in Bennemühlen geborenen Maler und Kupferstecher Georg Heinrich Busse. Der handgearbeitete Bettwärmer ist aus Kupfer mit einem verzierten Klappdeckel aus Messing. 

Das Museum stellt neben Schwerpunkten der Geschichte auch Persönlichkeiten vor, die einen Bezug zur Wedemark haben – sowohl historische wie auch aktuelle. In diesen Reigen gehört Busse, der am 26. Februar 1868 in Hannover starb. Die Ausstellung widmete sich ihm bisher mit Ausführungen zu seinem Lebenslauf sowie mit einigen seiner Kupferstiche und Radierungen. Ein Gemälde des Künstlers konnte den Besuchern bisher allerdings nicht präsentiert werden.

Als dem Förderverein bekannt wurde, dass im Auktionshaus Schloss Ahlden ein Busse-Gemälde aus dem Jahre 1865 versteigert werden sollte, war das Interesse entfacht. An eine Teilnahme an der Auktion war allerdings nicht zu denken. Als das Bild aber nicht versteigert werden konnte, setze sich der Verein mit dem Auktionshaus in Verbindung. Überzeugt davon, dass dieses Bild den Weg in die Wedemark finden sollte, stellte der Verein es ins Zentrum seiner Spendenbemühungen. So wurde beispielsweise in der Presse wie auch bei der fischertechnik-Nordconvention im Mai die Absicht, das Bild erwerben zu wollen, in die Öffentlichkeit getragen und dafür um Spenden gebeten.

Im Sommer gelang es dem Verein, das Bild für 2500 Euro beim Auktionshaus zu kaufen. Möglich wurde dies insbesondere durch das Bereitstellen zinsloser Darlehen von Vereinsmitgliedern sowie einer zweckgebundenen Spende. Das Gemälde erweitert die bisherige Ausstellung von Werken dieses Künstlers seiner Zeit. Hierdurch wird nach Ansicht von Förderverein und Museum ein ganz neues Kapitel zu dem Werk von Busse aufgeschlagen. Dies sei auch deshalb so bedeutsam, weil sich Busse vor allem erst in der zweiten Hälfte seines künstlerischen Schaffens der Malerei zuwandte. Während viele seiner Gemälde von italienisch geprägten Landschaften beeinflusst sind, hat Busse bei dem Gemälde „Parklandschaft mit Kindern an einem Bach“ eine norddeutsche Landschaftsansicht mit italienischen Aspekten vermischt. Das Gemälde passe also auch vom Inhalt in die hiesige Landschaft, freuen sich die Verantwortlichen.

Im Kavaliershaus ist im Erdgeschoss zu sehen, wie die Wohnsituation zu Beginn des 20. Jahrhunderts war. Dort ist auch eine Schlafkammer eingerichtet. Es werden neben Bett und Schrank verschiedene kleine Gegenstände präsentiert. Von damaligen Bemühungen, das kalte Bett anzuwärmen, zeugen historische Wärmsteine und -flaschen. Ein Vorläufer der Wärmflasche ist der Bettwärmer. Er wurde seinerzeit mit glühenden Holzkohlen bestückt. Der Verein hat das handgearbeitete Exemplar für 150 Euro gekauft, um die Präsentation in der Schlafkammer zu bereichern.

Museum sucht einen Raum als Magazin

Das Museum ist seit langer Zeit auf der Suche nach einem etwa 30 Quadratmeter großen Raum, der als Magazin geeignet ist, also hinsichtlich Temperatur und Luftfeuchtigkeit klimatisiert werden kann. Damit soll sichergestellt werden, dass insbesondere Dokumente, Bekleidung und Gemälde dauerhaft so aufbewahrt werden können, dass sie für nachfolgende Generationen erhalten bleiben. Wer einen geeigneten Raum zur Verfügung stellen oder einen Hinweis auf einen solchen Raum geben kann, wird gebeten, sich bei Museumsleiter Karl-Hans Konert unter Telefon (05130) 790396 zu melden. Zurzeit stehen als Lagermöglichkeiten nur der – teilweise offene – Dachboden des Kavaliershauses und der über eine Ausziehtreppe erreichbare Spitzboden über dem Ausstellungsraum im Gebäude der Bibliothek sowie ein ungeschütztes Dachgeschoss bei einem privaten Vermieter zur Verfügung. Letzteres wird für größere Exponate genutzt.

Förderverein gedeiht und finanziert Extras

Das Museum wird aus dem Haushalt der Gemeinde finanziert. In den vergangenen Jahren konnten die Beträge nach Angaben der Gemeinde schrittweise erhöht werden - so sei eine regelmäßige Fortbildung für die ehrenamtlich Tätigen im Museum sichergestellt. Zudem sei auch für Projekte Geld zur Verfügung gestellt worden.

Mit dem Förderverein, im November 2016 gegründet, kann darüber hinaus mittelfristig die eine oder andere Ergänzung der Exponate im Museum finanziert werden, was aus dem jährlichen Haushalt des Museums nicht zu leisten wäre. Dafür ist Voraussetzung, dass die Arbeit des Fördervereins in der Öffentlichkeit noch bekannter wird, damit auch die Bereitschaft zu einer Mitgliedschaft und zu Spenden steigt. Die bisherige Entwicklung ist erfreulich: Seit der Gründung hat sich die Zahl der Mitglieder von 15 auf 30 verdoppelt. Förderverein und Museum tauschen sich vor der Entscheidung über Aktivitäten eng aus. Damit wird sichergestellt, dass vorgesehene Schenkungen des Fördervereins jeweils gut in das Konzept der Ausstellung passen.


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Die Wedemark ist ...

  • ... eine Gemeinde im Norden der Region mit 16 Ortsteilen und 29.000 Einwohnern.
  • ... für Ortsunkundige verwirrend, weil es keine Ortschaft namens Wedemark gibt. Verwaltungssitz ist Mellendorf.
  • ... eine der reichsten Gemeinden Niedersachsens, wenn man das Pro-Kopf-Einkommen der Bürger betrachtet.
  • ... Gründungsort des ESC Wedemark, der 2010 als Hannover Scorpions deutscher Eishockeymeister wurde.
  • ... Sitz des Audiotechnik-Herstellers Sennheiser.
  • ... 6x pro Woche Thema in der Nordhannoverschen Zeitung, die als Heimatzeitung in der Wedemark der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.