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Die Bekassine zählt zu den seltenen Vögeln im Hochmoor.

Die Bekassine zählt zu den seltenen Vögeln im Hochmoor.© Nabu Bundesverband

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Wedemark

Bei Erlebnistag die Hochmoore kennenlernen

Am Wochenende 7./8. Oktober ist jedermann eingeladen, bei den zehnten Moor-Erlebnistagen die wertvolle Landschaft der Hochmoore genauer kennenzulernen. Im Mittelpunkt steht diesmal die Vogelwelt.

Wedemark. Vier Kommunen berühren die vier Hochmoore, die in dem Naturschutzgroßprojekt Hannoversche Moorgeest vereint sind: Wedemark, Langenhagen, Neustadt und Garbsen. Besucher kommen jedes Jahr aus diesem großen Bereich und der ganzen Region Hannover. Drei Exkursionen werden am Sonnabend, zwei am Sonntag kostenfrei angeboten. Flyer mit dem Programm (siehe Text unten) liegen aus.

Etwa 1500 Exkursionsteilnehmer hat der Aktionskreis Hannoversche Moorgeest  (HMG) als Veranstalter bei den bisherigen Moor-Erlebnistagen gezählt. „Wir organisieren dieses Angebot zum zehnten Mal aufgrund des wirklich großen Erfolges“, betont der Sprecher des Aktionskreises, Ludwig Uphues aus Bissendorf. Das Interesse daran in der Bevölkerung nehme aus guten Gründen weiter zu, stellt der langjährige Naturschützer und Moorexperte fest. „Der Lebenswert einer Gemeinde bestimmt sich eben nicht nur aus Wirtschaftsdaten und dem Umfang von Gewerbegebieten. Entscheidend ist für die Menschen auch, welche intakten Lebensräume sie in den Kommunen zur Naherholung vorfinden, pflegen und den nachfolgenden Generationen hinterlassen.“

Ebenso viele Menschen – 1500 Besucher – hat der Aktionskreis darüber hinaus mit 30 Fachvorträgen im Moorinformationszentrum (Mooriz) in Resse erreicht, verteilt über sieben Jahre seit Bestehen des Zentrums. Auch damit setzt der Aktionskreis Hannoversche Moorgeest, in dem alle Umweltverbände in der Region Hannover zusammengeschlossen sind, sein Motto „Wissen schafft Brücken“ in die Tat um. Der Einsatz der Fachleute gilt dem von der EU geförderten wohl einmaligen Renaturierungsprojekt Hannoversche Moorgeest. „Wir haben Verständnisbrücken zwischen den Flächeneigentümern in den Mooren, den interessierten Bürgern und den ehrenamtlichen Naturschützern in ungezählten Gesprächen und vielfältiger Arbeit hergestellt und versuchen so, die Sache voranzubringen“, verdeutlicht Uphues.

Anfängliche Widerstände gegen das Renaturierungsprojekt sollten abgebaut werden, damit das Verständnis für die aus Artenschutz- und Klimaschutzgründen notwendigen Arbeiten an den Mooren wachsen konnte. „Die Bewohner der Region sollten sich glücklich schätzen, diese Hochmoorjuwelen noch zu besitzen, die durch die Wiedervernässungsmaßnahmen in einen besseren Erhaltungszustand kommen müssen“, sagt Uphues.

Was die Exkursionsteilnehmer diesmal erfahren und – hoffentlich in einigen gefiederten Exemplaren zu sehen und zu hören bekommen - , hat eine Brutvogelkartierung an hochmoortypischen Vogelarten 2007 und 2008 ermittelt. Demnach zählen zur Vogelwelt der Hannoverschen Moorgeest (Anzahl in Klammern): Bekassine (7), Großer Brachvogel (2), Krickente (7), Braunkehlchen (19), Heidelerche (5), Schwarzkehlchen (42), Schafstelze (69), Neuntöter (45), als Wintergäste Kornweihe, Sumpfohreule und Goldregenpfeifer. Hinzu kommen andere Vogelarten in den Moorrandbereichen.

Das Programm der Moorerlebnistage

Insgesamt fünf Exkursionen sind an dem Wochenende 7. und 8. Oktober vorgesehen; die drei am Sonnabend gehen von Resse aus ins Otternhagener, Helstorfer und Schwarze Moor, am Sonntag ist das Bissendorfer Moor das Ziel. Alle Exkursionen werden fachkundig geleitet. Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Moorwanderungen dauern jeweils zwei bis maximal drei Stunden, Hunde dürfen nicht mitgenommen werden. Die Teilnehmer sollten für festes Schuhwerk und wetterangepasste Kleidung sorgen. Interessierte können die Moorerlebnistage außerdem für einen Besuch im Moorinformationszentrum (Mooriz) in Resse nutzen, Altes Dorf 1b. Das Zentrum ist auch sonnabends und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Treffpunkt zur ersten Tour am Sonnabend ist um 10 Uhr das Mooriz; es geht ins Otternhagener Moor. Die Teilnehmer lernen den Moorerlebnispfad kennen. Um 14 Uhr wiederum am Mooriz startet eine Exkursion ins Helstorfer und Otternhagener Moor. Gleichzeitig um 14 Uhr geht eine Gruppe vom Treffpunkt Osterbergstraße in Höhe des Friedhofs ins Schwarze (Resser) Moor. Am Sonntag führt die erste Exkursion um 10 Uhr in den Nordbereich des Bissendorfer Moores. Treffpunkt ist die Bushaltestelle in Wiechendorf, Dorfmitte. Um 14 Uhr bricht eine Gruppe in den Südbereich des Bissendorfer Moores auf. Die Teilnehmer treffen sich am ehemaligen Heideschlösschen, Ortsteil Kaltenweide, Kananoher Straße 98/Ecke Waldweg.


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Die Wedemark ist ...

  • ... eine Gemeinde im Norden der Region mit 16 Ortsteilen und 29.000 Einwohnern.
  • ... für Ortsunkundige verwirrend, weil es keine Ortschaft namens Wedemark gibt. Verwaltungssitz ist Mellendorf.
  • ... eine der reichsten Gemeinden Niedersachsens, wenn man das Pro-Kopf-Einkommen der Bürger betrachtet.
  • ... Gründungsort des ESC Wedemark, der 2010 als Hannover Scorpions deutscher Eishockeymeister wurde.
  • ... Sitz des Audiotechnik-Herstellers Sennheiser.
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