Navigation:
Die Polizei hat die Dollberger Umgehungsstraße im Zuge der L387 seit 9 Uhr gesperrt. Fahrzeuge können hier nur Richtung Schwüblingsen fahren.

Die Polizei hat die Dollberger Umgehungsstraße im Zuge der L387 seit 9 Uhr gesperrt. Fahrzeuge können hier nur Richtung Schwüblingsen fahren.© Anette Wulf-Dettmer

|
Bomben entschärft

Dollbergen: Evakuierung wurde aufgehoben

Um 14.06 hebt der Krisenstab im Uetzer Rathaus die Evakuierung für Dollbergen auf. Der Bombenräumdienst hat auf dem Acker nördlich der Altölraffinerie die beiden Blindgänger entschärft. Es handelt sich in beiden Fällen um eine amerikanische Fünf-Zentner-Bombe mit Heck- und Frontzünder.

Dollbergen. Die Evakuierung in einem Radius von einem Kilometer um die Fundstellen ist seit 14.06 Uhr aufgehoben. Das hat der Krisenstab, der im Rathaus in Uetze bekanntgegeben. Damit können die Dollberger in ihre Häuser zurück. Zudem kann der Fahrzeugverkehr wieder die Umgehungsstraße nutzen.

Begonnen hatte der Bombenräumdienst mit der genauen Untersuchung der verdächtigen Stellen auf dem Acker zwischen Raffinerie und L387 kurz nach 11 Uhr. Bei den ersten beiden Fundstellen waren laut Rathaussprecher Andreas Fitz eine Metallplatte und eine "Bombenplatzer" gefunden worden. Aus dem Bombenplatzer wurde der Sprengstoff entfernt. An zwei Stellen wurden die Experten jedoch fündig. Diese beiden Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg konnten jedoch entschärft werden. So kann nach jetzt Entwarnung gegeben werden. Eine Sprengung hätte weitaus länger gedauert.

Seit 8 Uhr ist die Feuerwehr an diesem Sonntag im Einsatz gewesen. Es gab laut Einsatzleiter Timo Seffer von der Feuerwehr Uetze sechs Einsatztrupps. Vier hatten die Aufgabe zu kontrollieren, dass tatsächlich alle Wohnungen in einem Radius von einem Kilometer rund um Acker im Norden Dollbergens verlassen wurden.

Die meisten Einwohner waren gut vorbereitet gewesen. Es gab weniger Diskussionen als bei der Evakuierung von vier Wochen, als an einem Montagabend eine spontane Bombenräumung auf demselben Acker angesetzt worden war. Viele Dollberger nutzten die Evakuierung für einen Familienausflug zu Oma und Opa, ist zu erfahren. Doch 30 bis 40 Einwohner kamen in die Mensa des Schulzentrums. Die Stimmung dort war gut - nicht zuletzt weil die Pächterinnen der Mensa sie mit Kaffee und belegten Brötchen und später sogar mit Eintopf versorgten. Es wurde viel geschwatzt und viel gelacht.

Zudem standen in Katensen ein Löschzug mit drei Fahrzeugen sowie Rettungswagen bereit. "Damit wir bei Bedarf schnell am Feld sind, wo die Bomben geräumt werden", erklärte Einsatzleiter Seffer. Die Feuerwehrleute bauten darüber hinaus eine Wasserversorgung zum Acker nördlich der Raffinerie auf. Der Grund: Hätten tatsächlich Bomben gesprengt werden müssen, wäre dafür Wasser in großer Menge benötigt worden. Denn an dem Blindgänger wäre ein Zünder angebracht, danndas Loch wieder mit Boden aufgefüllt und obendrauf ein sogenannter Bigpack mit 25.000 Liter Wasser platziert worden, um die Detonationswellen abzuschwächen. "Bei zwei Sprengungen wären das 50.000 Liter Wasser, so viel haben wir nicht in den Löschtanks der Fahrzeuge", erklärte Seffer.

Ein weiterer Löschzug - und zwar der der Ortsfeuerwehr Dollbergen - hatte sich im Süden des Orts positioniert. Denn das Feuerwehrhaus selbst lag im Evakuierungsbereich. Auf diese Weise sei gewährleistet, dass bei einem Notfall die Feuerwehr schnell zur Stelle sei, sagte Seffer. Darüber hinaus sollen die Dollberger auch ausrücken, falls in der Gemeinde Edemissen - speziell in Oelerse und Abbensen - Hilfe benötigt wird. Denn aufgrund von Bauarbeiten und damit einhergehender Straßensperrung, können die Edemisser Einsatzkräfte diese beiden Orte nur über lange Umwege erreichen.

Gibt es Einschränkungen beim Verkehr?

Der Zugfernverkehr auf der Strecke Hannover-Wolfsburg wurde umgeleitet. Für den regionalen Verkehr ist ein Busersatzverkehr zwischen Lehrte und Meinersen eingerichtet worden.

Betroffen von der Umleitung waren:

ICE-Linie 10 (Köln - Wuppertal/Düsseldorf - Hamm (Westf) - Hannover - Berlin)
IC-Linie 16 (Berlin - Hannover - Kassel - Frankfurt (M))
IC-Linie 32 (Berlin - Hannover - Dortmund - Köln - Stuttgart)
IC-Linie 77 (Amsterdam - Bad Bentheim - Hannover - Berlin)

Am vergangenen Montag hatten die Experten einer privaten Kampfmittelbergungsfirma auf einem Acker im Norden Dollbergens zwischen der Landesstraße 387 und der nördlichen Bahnhofstraße fünf Verdachtspunkte gefunden.

Liegen dort tatsächlich Bomben?

Das ist unklar. Ob es sich tatsächlich um Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg handelt, muss untersucht werden. Wenn ja, sollen sie entschärft oder eventuell an Ort und Stelle gesprengt werden. Deshalb kann der Krisenstab der Gemeinde Uetze auch noch nicht sagen, wie lange die Evakuierung dauern wird. „Das können vier, aber auch zehn Stunden sein“, sagte Rathaussprecher Andreas Fitz. Der Sprengmeister geht davon aus, dass an zwei verdächtigen Stelle tatsächlich Blindgänger liegen.

Wie erfahre ich, wann ich wieder zurück darf?

Über den Fortgang der Bombenräumung halten wir Sie an dieser Stelle den ganzen Sonntag über auf dem Laufenden. Das Bürgertelefon (0 51 73) 97 01 17 ist zudem ab 8 Uhr bis zum Ende der Räumung erreichbar.

Von Sandra Köhler und Anette Wulf-Dettmer


Anzeige

Uetze ist ...

  • ... eine Gemeinde zwischen Hannover, Peine und Celle mit 20.000 Einwohnern.
  • ... gelegen an den Flüssen Fuhse und Erse.
  • ... eines der größten Zwiebelanbaugebiete Deutschlands. Nicht umsonst feiert man hier jährlich das Zwiebelfest.
  • ... Standort gleich für zwei Freibäder und für den Erse-Park.
  • ... 6x pro Woche Thema im Anzeiger, die als Heimatzeitung in Uetze der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.