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Sucht sich ein Leitbild: die Stadt Springe.

Sucht sich ein Leitbild: die Stadt Springe.© Mischer

Springe

Verwaltung will als Arbeitgeber attraktiver werden

Die Stadt Springe teilt ein Problem mit einigen anderen Kommunen: Es herrscht ein Arbeitnehmermarkt. Auch Beamte bleiben selten viele Jahre der Kommune treu, in der sie gelernt haben. Nun soll ein Leitbild die Stadt für Mitarbeiter und Jobsuchende interessanter machen.

Springe. Die Fluktuation nimmt zu. „Manche ziehen einfach weg, weil sich privat die Lebensumstände ändern und der Markt gibt das her“, sagt Gerd-Dieter Walter dazu. Stimmt das Betriebsklima nicht, geht es eben ein oder zwei Städte weiter. Anders als noch vor einigen Jahren seien überall Stellen frei.

Dadurch wird es auch für Arbeitgeber der öffentlichen Hand zunehmend wichtiger, sich besser darzustellen als die Konkurrenz. „Je professioneller wir arbeiten, desto attraktiver sind wir für Arbeitnehmer“, sagt Verwaltungsvize Gerd-Dieter Walter. Um sich entsprechend weiterzuentwickeln, hat Springe sich im Sommer externe Hilfe geholt. Mit Beratern entwickelt die Verwaltung ihr eigenes Leitbild. „Keins das wir irgendwo abgeschrieben haben, sondern ein Eigenes, das wir glaubhaft leben können“, ergänzt Walter.

Stimmung nach Auftakt locker

Mit am Tisch: Sämtliche Führungskräfte und solche, die in den Startlöchern stehen und nach Wunsch der Verwaltung auch motiviert an Bord bleiben sollen. „Das war eine positive Überraschung, das wir auf unsere Abfrage 30 positive Rückmeldungen von Mitarbeitern bekommen haben, die eine Führungskarriere in Springe anstreben.“ Alle wurden zu einem zweitägigen Workshop unter Federführung der Beratungsgesellschaft NSI Consult aus Braunschweig eingeladen.

Als Tochter des Niedersächsischen Studieninstituts für Kommunale Verwaltung weist das Unternehmen große Nähe zu Stadtverwaltungen auf. „Das ist ein großer Vorteil, dass die die Praxis kennen“, sagt Walter. Schon den zweitägigen Auftakt bewerten viele als Erfolg, allen voran der Bürgermeister. Die Stimmung danach war merklich gelockert. 50 Mitarbeiter hatten sich zwei Tage zu einem Workshop in der Heimvolkshochschule Springe zurückgezogen.

Kein Telefon, keine Unterbrechungen durchs Alltagsgeschäft, dafür alle Abteilungen an einem Tisch – sowohl Führungskräfte als auch deren Nachwuchs, der noch auf der anderen Seite sitzt. „So eine Zusammensetzung haben wir äußerst selten“, sagt Walter.

Vor allem die interne Kommunikation soll verbessert werden. „Wir haben so eine Größe, dass eigentlich jeder jeden kennt. Dabei geht vieles auf Zuruf und vieles wird nicht so fest- und eingehalten, wie es eigentlich sein sollte“, fasst Walter einen wesentlichen Kritikpunkt zusammen. Mit anderen Worten: Der formelle Dienstweg wird vernachlässigt, Informationen bleiben stecken, hängen in der Luft. Die Leitlinien, die im Workshop grob festgelegt wurden und derzeit den letzten Feinschliff erfahren, werden bei einer Versammlung im November präsentiert.

Gute Führung spart Zeit

Dabei legt das Leitbild nicht nur die Führungskräfte auf ein erwünschtes Verhalten fest: „Das geht in beide Richtungen“, betont Walter. Ein zweiter Punkt, an dem es in Springe noch hapert: „Viele Führungskräfte bemängeln, vor lauter Sacharbeit eigentlich gar keine Zeit für ihre Führungsaufgaben zu haben.“ Ob das so stimmt, sei bei dem Workshop infrage gestellt worden und komme weiter auf den Prüfstand. Wer gut führt, spart letztlich Zeit, so das Credo. Noch dazu verbessere sich das Betriebsklima, wenn jeder seine Hausaufgaben mache.

Von Katharina Weißling


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