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Wie hoch darf es denn sein? Nicht zu hoch, sagen die Behörden in Pattensen – und das macht auch den Gegnern der geplanten 230-Meter-Anlagen direkt nebenan bei Lüdersen Hoffnung.

Wie hoch darf es denn sein? Nicht zu hoch, sagen die Behörden in Pattensen – und das macht auch den Gegnern der geplanten 230-Meter-Anlagen direkt nebenan bei Lüdersen Hoffnung.© Armin Weigel

Springe

Windpark: Investoren kommen in Windeseile

Der Region liegt ein Antrag der sächsischen Firma UKA vor, die bei Lüdersen sechs Windräder bauen will – jeweils gut 230 Meter hoch. Aus Hannover und Hessen gibt es Signale, die Gegner der riesigen Anlagen hoffnungsfroh stimmen dürften: Die Landesbehörde für Straßenbau und die Deutsche Flugsicherung hat Einspruch gegen sieben weitere Windräder eingelegt.

Lüdersen. Diese sieben weitere Windräder sollen direkt nebenan auf Pattenser Gebiet entstehen. Das Urteil: Die geplanten Anlagen seien zu hoch, sie ragten zu weit in den Luftraum – kurz, seien nicht genehmigungsfähig, sagt Klaus Abelmann, Sprecher der für die Verfahren zuständigen Region Hannover. Damit wird der Antrag der UKA für diese sieben Anlagen wohl abgewiesen. Das Verfahren für die Lüderser Rotoren läuft noch: „Es wäre Spekulation, jetzt zu sagen, wie das ausgeht“, betont Abelmann. Aber er räumt auch ein: „Es geht ja im Grunde um einen großen Windpark.“ Trotzdem habe es für die einzelnen Gebiete separate Verfahren geben müssen.

Wie reagiert der Investor?

Das Projekt ist nicht nur beim Lüderser Verein „Gegenwind“, sondern auch bei den betroffenen Kommunen umstritten. Pattensen, Springe und Hemmingen hatten sich im Vorfeld immer wieder abgesprochen und sich beraten lassen. Auf Hemminger Gebiet soll eine weitere Anlage entstehen, direkt bei Hiddestorf – für die gibt es aber noch gar keinen Antrag.

Wie man beim Investor UKA auf die Entwicklung reagiert, ist offen: Eine Rückrufbitte blieb gestern bis zum Abend unbeantwortet. Fest steht aber: Die Absage bezieht sich nicht auf den Bau von Windrädern an sich – sondern auf die geplante Höhe. Theoretisch könnte man bei UKA daher neue Anträge stellen. Aber: Niedrigere Windräder gelten gemeinhin als weniger ertragreich. Die Landwirte, die für den Bau der Anlagen ihren Boden verkaufen müssten, würden in dem Fall wohl weniger Geld erhalten – den der Preis richtet sich auch nach der Anlagenhöhe.

Bürgerinitiative bleibt am Ball

Die Bürgerinitiative „Gegenwind“ dürfte das weitere Verfahren aufmerksam verfolgen. Sie hatte bislang zwar die Höhe der Windräder kritisiert – aber nicht nur die: Ihr geht es auch um die Landschaft rund um Lüdersen als schützenswerter Kulturraum, um die Aussicht weit in die Ferne, die Lüdersen als Bergdorf regionsweit eine gewisse Bekanntheit verschafft hat.

Mit diesem Argument, das glaubt zumindest Hemmingens Bürgermeister Claus Schacht, hätte man im Zweifelsfall aber schlechte Karten gehabt: „Wir haben das ja rechtlich geprüft.“ Dass stattdessen nun die Luftsicherung den entscheidenden Anstoß gegeben haben könnte, kam für ihn nicht unerwartet: „Damit haben wir von Anfang an argumentiert.“ Dabei gehe es unter anderem um Hubschrauber-Tiefflüge, die in der Gegend gewährleistet sein müssen.

Das örtliche Vorranggebiet Windkraft, macht Abelmann deutlich, sei durch die wohl gescheiterten Bauanträge grundsätzlich nicht infrage gestellt: „Wir müssen Flächen anbieten“ – und das hatte die Regionsversammlung mit dem neuen Raumordnungsprogramm Ende 2016 auch getan. Das Konzept ist allerdings noch nicht offiziell genehmigt. Dass trotzdem schon Investoren Schlange stehen, wundert auch Pattensens Bürgermeisterin Ramona Schumann: „Ich bin erstaunt über die Geschwindigkeit, mit der das alles passiert ist.“

Von Christian Zett


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