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Der Ortsrat hat sich mehrheitlich für den Verkaufdes Alten Rathauses ausgesprochen.

Der Ortsrat hat sich mehrheitlich für den Verkauf
des Alten Rathauses ausgesprochen.© Remmer

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Letter

Mehrheit will Altes Rathaus verkaufen

Mehrheitlich hat sich der Ortsrat Letter in seiner jüngsten Sitzung für die Aufgabe des Alten Rathauses ausgesprochen. Die Stadt will damit jährliche Betriebskosten von 41 000 Euro und anstehende Sanierungskosten in Millionenhöhe einsparen.

Seelze. Der Erste Stadtrat Karsten Balzer habe den „bedingungslosen Verkauf“ des Alten Rathauses ins Gespräch gebracht, sagte Frank Joosten (Die Grünen) am Montagabend. Es gebe aber einen gültigen Ratsbeschluss. Nach jahrelangen Diskussionen sollte danach das Gebäude unter bestimmten Bedingungen wie Erhalt der Fassade und der Grünfläche im vorderen Bereich veräußert werden. Allerdings hätte allein schon die anwaltliche Begleitung des Bieterverfahrens bis zu 90.000 Euro kosten können. Die Stadt beziffert die Kosten für die Sanierung des Alten Rathauses auf mindestens eine Million Euro.

Ein bedingungsloser Verkauf spare Kosten, sagte Kornelia Sargin, Leiterin des Rechnungsprüfungsamtes, im Ortsrat. Wenn Bedingungen gestellt würden, müsste das Projekt europaweit ausgeschrieben werden, mit zusätzlichen Kosten. Ohne Wettbewerb könne die Stadt die dafür entstehenden Kosten einsparen. „Ich hänge nicht an dem Alten Rathaus, für mich ist das ein Nazi-Bau“, sagte Helmut Roselt (CDU). Dies ließ Joosten nicht gelten: Der Bau sei unschuldig. Dass er gerade aus dieser Zeit stamme, sei halt so. Das Haus präge das Ortsbild. Allerdings müsse nun eine Entscheidung getroffen werden. „Wir wollen nicht wieder jahrelangen Stillstand.“

Er sei mittlerweile auch überzeugt, dass ein Verkauf sinnvoll sei, sagte Hubertus Gärtner (CDU). Mit dem Erlös - die Stadt rechnet mit Einnahmen von etwa 700.000 Euro - könnte auch etwas für Letter geschaffen werden. „Wir kommen sonst nicht weiter, wir reden schon seit fünf bis sechs Jahren darüber“, meinte Gärtner.

Es habe schon zwei Beschlüsse für einen Verkauf gegeben, sagte Ortsbürgermeister Rolf Hackbarth. Nur sei die Verwaltung nicht in die Pötte gekommen. Unbeantwortet sei auch die Frage, was wirklich an dem Alten Rathaus so marode sei. Das Ensemble in der Ortsmitte mit Kirche und Altem Rathaus sei ortsbildprägend und sollte nicht so einfach aufgegeben werden. Bei mehreren Enthaltungen und einer Gegenstimme war der Ortsrat mehrheitlich für den Verkauf des Gebäudes. Einstimmig befürwortete das Gremium die Schließung der Außenstelle des Bürgerbüros in Letter, die Einsparungen von weiteren 12.000 Euro im Jahr bringen soll.


neuepresse.de/seelze
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