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Zum Landschaftsschutzgebiet in der Ihmeniederung gehört auch die Wasserbüffelfarm an der Vörier Mühle.

Zum Landschaftsschutzgebiet in der Ihmeniederung gehört auch die Wasserbüffelfarm an der Vörier Mühle.© Frank Wilde

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Ihme-Roloven

Klarheit über das Schutzgebiet

Die Naturschutzbehörde der Region muss die Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet (LSG) Ihmeniederung anpassen. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg gab der Klage eines Landbesitzers in zwei Punkten recht: Baumschulkulturen sind zulässig, Hochsitze für Jäger dagegen nur unter Vorbehalt.

Ihme-Roloven. Der Inhaber eines landwirtschaftlichen Betriebes aus Ihme-Roloven hatte ein Normenkontrollverfahren gegen die Verordnung der Region Hannover über das Landschaftsschutzgebiet „Ihmeniederung“ angestrengt. Die Verordnung war Anfang 2013 in Kraft getreten. „Zwei Klauseln sind für nichtig erklärt worden“, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann.

Zum einen stellte das OVG fest, dass ein Verbot von Baumschulkulturen in einem Landschaftsschutzgebiet – so wollte es die Region – nicht zulässig ist. Mit einer Einschränkung: „Weihnachtsbaumkulturen dürfen in der Ihmeniederung nicht angelegt werden, weil sie nicht landschaftstypisch sind“, erläutert der Regionssprecher.

Eine weitere Entscheidung des Gerichts betrifft die Jäger. Künftig dürfen in der Ihmeniederung alle Hochsitze – einfache Leitern genauso wie geschlossene Kanzeln – nur mit der ausdrücklichen Erlaubnis der Naturschutzbehörde errichtet werden. Der Kläger wollte erreichen, dass im Landschaftsschutzgebiet geschlossene Jagdkanzeln aufgestellt werden dürfen. Diese verfügen über ein Dach, Außenwände und einen Fußboden.

Die Region hatte für diese Bauten in der Verordnung zum LSG Ihmeniederung eine Erlaubnispflicht erlassen. Die Begründung: Das Landschaftsbild könnte beeinträchtigt sein. „Hier schafft das OVG nun ebenfalls Klarheit“, sagt Abelmann. Weil alle Ansitze für jagdliche Zwecke gleich zu behandeln seien, also der allgemeine Gleichheitssatz gelte, müssen die Jagdberechtigten künftig für die Errichtung von Hochsitze, egal ob offen oder geschlossen, eine Genehmigung der Region einholen. „Damit hat der Kläger der Jägerschaft einen Bärendienst erwiesen“, meint Abelmann.

Nicht durchgesetzt beim OVG hat sich der Kläger mit seiner Forderung, Graswege im Landschaftsschutzgebiet befestigen zu dürfen.

Das Schutzgebiet Ihme-Niederung erstreckt sich von Ronnenberg über Weetzen und Vörie bis nach Evestorf. Die Region als Untere Naturschutzbehörde hatte ihre Schutzgebiete vor fünf Jahren neu geordnet. In diesem Verfahren konnten die betroffenen Kommunen, die Landeigentümer sowie andere Personen und Institutionen mit berechtigten wirtschaftlichen oder öffentlichen Interessen Anregungen und Stellungnahmen abgeben. Diese sind von der Region in die neue Verordnung LSG-H 75 aufgenommen beziehungsweise abgewiesen worden. Damit war der Landeigentümer aus Ihme-Roloven in einigen Punkten nicht einverstanden und reichte eine Klage ein.

Das OVG Lüneburg entschied darüber am 20. Januar 2016 (Az. 4 KN 15/14). Eine Revision zum Bundesverwaltungsgericht hat das Lüneburger Gericht nicht zugelassen. Die Region veröffentlichte die Entscheidung am 4. August

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Das Gericht hat sich auch mit Jagdkanzeln beschäftigt.


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