Navigation:
Im Keller der Bauverwaltung muss  Schutzkleidung getragen werden: Mitarbeiter blättern im vom Schimmel befallenen Keller in alten Dokumenten.

Im Keller der Bauverwaltung muss Schutzkleidung getragen werden: Mitarbeiter blättern im vom Schimmel befallenen Keller in alten Dokumenten.© Frank Oheim

|
Neustadt

Schimmel in der Stadtverwaltung

Wer derzeit mit der städtischen Bauordnung zu tun hat, sucht rasch wieder das Weite: Im maroden Gebäudetrakt des alten Krankenhauses an der Theresenstraße kriecht die Feuchtigkeit hoch, hinterlässt Flecken an Wänden und Teppichen und erzeugt einen modrigen Geruch.

Neustadt. Niemand kümmert sich darum, die Ursachen zu beseitigen. „Man ist vor rund 20 Jahren einfach eingezogen, eine Sanierung gab es nicht“, sagt Bernd Stellmann vom Regiebetrieb Immobilien. Populär war es offenbar auch damals nicht, gute Arbeitsbedingungen für Verwaltungsmitarbeiter zu fordern. „Verwaltung halten viele ja für überflüssig“, sagt Stellmann. „Es ist schon seltsam, wenn man diese Räume mit denen von Dienstleistungsfirmen vergleicht ...“

Nun ist die Quittung da: Nach einer Untersuchung auf Schimmel und Bakterien sperrte der TÜV Ende November die Kellerräume, in denen Hunderte Meter Akten lagern. Nur im Schutzanzug, mit Gummihandschuhen und Atemmaske dürfen sie betreten werden. Die Kollegen sparten sich nun lieber die Akteneinsicht, sagt Stellmann. Als er zum Rundgang den Anzug überstreift, können sich viele auf dem Gang ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Auch der Keller des Stadtbüros an der Theodor-Heuss-Straße ist gesperrt. Vor wenigen Wochen mussten sämtliche Wahlurnen entsorgt werden, die dort lagerten. Die Arbeit werde unnötig erschwert, sagt der Personalratsvorsitzende Johannes Faber.

Für die Raumprobleme soll eine große Lösung her. In der ersten, schwach besuchten Bürgerversammlung hat die Verwaltung die Lage dargestellt. Ob Sanierung oder Neubau: Bis das gewünschte einheitliche Rathaus bezogen werden kann, werden Stellmann zufolge noch mindestens fünf Jahre ins Land gehen.

Jetzt wird eine Zwischenlösung vorbereitet, die auch Kosten sparen helfen soll: Die Mitarbeiter aus Theodor-Heuss-Straße und Zulassungsstelle könnten ins alte Stadtwerke-Gebäude Memeler Straße ziehen, im Hinterhof des Verwaltungssitzes Nienburger Straße. Für die 110 Mitarbeiter aus dem alten Krankenhaus reicht der Platz dort aber nicht aus.

Von Kathrin Götze


Bildergalerie

Anzeige

Neustadt ist ...

  • ... eine Stadt nordwestlich von Hannover mit 34 Stadtteilen und mehr als 45.000 Einwohnern
  • ... von der Fläche her die neuntgrößte Stadt Deutschlands, 1,5-mal so groß wie Hannover
  • ... mit dem Stadtteil Mardorf am Steinhuder Meer ein beliebtes Ziel von Touristen
  • ... Heimat der überregional bekannten Bauwerke Schloss Landestrost und Kloster Mariensee
  • ... 6x pro Woche Thema in der Leine-Zeitung, die als Heimatzeitung in Neustadt der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.