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Demontage auf Hochtouren: Klaus Buchmann reicht seinem Kollegen Alexander Weißheim aus dem Inneren der Matthäusorgel die Hölzer herunter.

Demontage auf Hochtouren: Klaus Buchmann reicht seinem Kollegen Alexander Weißheim aus dem Inneren der Matthäusorgel die Hölzer herunter.© Katja Eggers

Lehrte

Matthäusgemeinde schickt Orgel auf Kur

Die Matthäusgemeinde Lehrte schickt ihre Orgel auf Kur. Am Mittwoch haben ein Orgelbauer und seine Mitarbeiter angefangen, die mehr als 1400 Pfeifen auszubauen. Sie sollen gründlich gereinigt werden. Das Instrument bekommt zudem ein zusätzliches Orgelregister, außerdem wird die Windanlage erweitert.

Lehrte. Die Reinigung der Orgel ist dringend nötig, denn das Instrument ist stark verschmutzt und im Inneren zudem von Schimmelpilzen befallen. "Das kommt bei alten Orgeln häufig vor", erklärte Orgelbaumeister Georg Schloetmann aus Hemmingen. Seine Mitarbeiter hatten am Mittwoch auf der Empore der Matthäuskirche alle Hände voll zu tun. Sie demontierten etliche Orgelpfeifen, kletterten dafür ins Innere des meterhohen Instruments und fingen auch schon mit der Reinigung an.

Die kleinsten der insgesamt rund 1400 Orgelpfeifen sind gerade einmal so groß wie ein Bleistift, die großen Exemplare sind bis zu vier Meter lang. Ein Teil der Pfeifen wird in der Werkstatt in Hemmingen gereinigt, einige Pfeifen verbleiben dafür in der Kirche. Das Gehäuse der Orgel wird derweil nicht demontiert.

Während ein Großteil der Pfeifen noch aus dem Jahr 1876 stammen, ist von der ursprünglichen Orgel, die Orgelbauer Heinrich Schaper 1874 in der Matthäuskirche erbaut hat, heute fast nichts mehr übrig. "Dass Pfeifenwerk hat zwei große Umbauten hinter sich", erklärte Schloetmann.

Matthäuskantorin Birgit Queißner freute sich umso mehr, dass in der Orgel noch viel altes Material erhalten ist. "Es ist nichts kaputt, aber der Klang ist nicht mehr schön und zeitgemäß", erklärte Queißner. Bei dem Projekt "Orgel auf Kur" gehe es daher vor allem darum, den romantischen Klang wieder "herauszukitzeln" und  ausgewogener zu gestalten.

Schloetmann will dies unter anderem erreichen, indem er an den Pfeifen den Fuß oder das sogenannte Labium, also den Mund der Pfeife, verformt. Verbessert werden soll der Klang zudem durch ein zusätzliches Register mit 56 Pfeifen und eine Erweiterung der Windanlage.

Queißner hofft, dass die "Orgelkur" bis Weihnachten abgeschlossen ist. Bis dahin behilft sich die Gemeinde bei Gottesdiensten mit einem Klavier und einer kleinen Ersatzorgel. Die Wiederinbetriebnahme der frisch sanierten Orgel will die Gemeinde dann mit einem Fest feiern. Dabei soll auch den vielen Spendern Danke gesagt werden, denn sie haben seit Ostern 2015 rund 70 Prozent des Geldes für die Orgelkur aufgebracht. "Wir hatten viele kleine Einzelspenden, darunter auch einige größere Summen, die zum Beispiel bei Geburtstagen eingesammelt wurden", berichtet Queißner.

Die Gesamtkosten für die Orgelkur betragen nach Auskunft der Kantorin rund 51.000 Euro. Etwa 30 Prozent der Summe kommen als Zuschuss von der Landeskirche. Die Gemeinde hatte die Orgelkur eigentlich für den Sommer 2016 geplant. Die Finanzierung war seinerzeit zwar bereits gesichert. Orgelbauer, die die Arbeit übernehmen können, waren jedoch ausgebucht. Das Projekt musste daher verschoben werden.

Von Katja Eggers


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