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Foto: Horst-Dieter Soltau soll den Verein Cultour & Co für viel Geld bei der Gewerbeauskunft-Zentrale registrieren lassen.

Horst-Dieter Soltau soll den Verein Cultour & Co für viel Geld bei der Gewerbeauskunft-Zentrale registrieren lassen.© Katerina Jarolim-Vormeier

Langenhagen

Verbraucherschutz warnt vor Branchenbuch-Angebot

Der Verein Cultour & Co. soll für einen Eintrag ins Branchenbuch viel Geld zahlen - zu viel, meint der Vorsitzende Horst-Dieter Soltau. Verbraucherschützer warnen vor dem Angebot.

Langenhagen. Nicht jedes Schreiben, das wie ein behördliches aussieht, ist es auch. Das hat jetzt auch Horst-Dieter Soltau erfahren müssen.Ein auf den ersten Blick durchaus seriös wirkender Brief ist Soltau ins Haus geflattert. Das Schreiben macht einen amtlichen Eindruck, die optische Aufmachung sieht behördlichen Schriftstücken zum Verwechseln ähnlich. Absender ist die Gewerbeauskunft-Zentrale. Dahinter verbirgt sich eine Wirtschaftsinformationsgesellschaft.

Adressaten sind vornehmlich Unternehmen, Vereine, kirchliche Einrichtungen und öffentliche Stellen wie Schulen und Bibliotheken. „Insofern sollte der Begriff Gewerbeauskunft-Zentrale keineswegs zu wörtlich genommen werden“, heißt es etwa auf der Internetseite der Abmahnhilfe24.de. Juristen warnen indes ausdrücklich vor diesem Angebot. Horst-Dieter Soltau, in Langenhagen für den Verein Cultour & Co. und damit für die Jazz-Matineen verantwortlich, wird darin aufgefordert, fehlende Angaben oder Ergänzungen für einen gewerblichen Eintrag ins Internetbranchenbuch zu korrigieren.

„Zuerst habe ich nichts bemerkt“, sagt Soltau. Erst als er das Kleingedruckte las, wurde er misstrauisch. So soll der Eintrag mit Routenplaner jährlich 569,06 Euro kosten. Mit Soltaus Unterschrift würde noch einmal die gleiche Summe fällig - in kleiner Schrift steht schwarz auf weiß: „Durch die Unterzeichnung wird der Basiseintrag für zwei Jahre verbindlich bestellt.“

Sebastian Cyperski, Geschäftsführer der Gewerbeauskunft-Zentrale, spricht von üblichen Geschäftspraktiken seines Unternehmens. „Wir sind keine Abzockfirma“, betont der Geschäftsführer auf Anfrage. Für einen bundesweiten Branchenbucheintrag müsse seine Firma gewisse Gebühren kassieren, sagt er.

Dagegen warnt die Verbraucherzentrale Niedersachsen ausdrücklich. „Uns ist der Vorgang seit Langem bekannt“, sagt deren Sprecherin Gabriele Peters. Zumeist erhielten Kleingewerbetreibende und Vereine diese Briefe, denen ein Branchenbucheintrag in Form einer Rechnung offeriert werde, erläutert sie. Peters bezeichnet das als Abzocke, weil es andere kostenfreie Einträge gibt. Deshalb sei Vorsicht geboten. „Wir können Betroffenen auch nur raten, solche irreführenden Schreiben nicht zu unterschreiben“, betont Peters. Da diese Formulare anscheinend noch immer im Umlauf sind, sollten die Betroffenen dies unbedingt dem Deutschen Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität mitteilen.

Katerina Jarolim-Vormeier


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