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Mit welcher Wucht die Sturmböen auf die Bäume gewirkt haben, ist auch auf dem Marktplatz zu sehen.

Mit welcher Wucht die Sturmböen auf die Bäume gewirkt haben, ist auch auf dem Marktplatz zu sehen.© Neander

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Langenhagen

Stadt: "Parkanlagen weiterhin meiden!"

Jetzt läuft das große Aufräumen: Am Tag, nachdem das Sturmtief Xavier auch durch Langenhagen gefegt ist, laufen im Stadtgebiet an vielen Stellen unüberhörbar viele Motorsägen. Sämtliche Trupps des Betriebshofs sind seit den Morgenstunden im Einsatz. Der Sachschaden ist hoch, verletzt wurde niemand.

Langenhagen. Feuerwehrsprecher Christian Hasse lässt keinen Zweifel: Die Sturmböen am Donnerstag mit bis zu 125 Stundenkilometern waren für die Langenhagener Feuerwehren "eine der größten Sturmlagen seit langem". Es sei sehr beeindruckend, mit welcher Leichtigkeit der Sturm sogar kapitale Bäume habe entwurzeln können. Gleichwohl ist Hasse erleichtert: Auf Langenhagener Stadtgebiet wurde niemand verletzt. Und auch die Beschädigungen zumindest an Gebäuden und Autos hielten sich in Grenzen. 

Bis kurz vor Mitternacht waren die insgesamt 100 Feuerwehrleute im gesamten Stadtgebiet im Einsatz. Bis Freitagmorgen konnte Hasse 70 Einsätze protokollieren. Die Feuerwehr hatte eine zentrale Koordinierungsstelle in der Wache in Langenhagen eingerichtet. "Da kommen aber sicherlich im Laufe des Tages noch einige dazu, die gestern im Trubel nur nebenbei notiert werden konnten." Bereits am frühen Freitagmorgen seien noch weitere Schäden nachgemeldet worden. Gegen Mittag musste die Langenhagener Feuerwehr mit der Drehleiter in die Walsroder Straße ausrücken, um einen abgebrochenen Ast aus einer Baumkrone im Stadtzentrum abzunehmen. "Wir warnen alle Bürger davor, durch abgesperrte Zonen zu gehen, auch wenn dort augenscheinlich gar nichts Gefährliches zu sein scheint", betonte Feuerwehrsprecher Florian Bierschwale am Freitag. "Man begibt sich in Lebensgefahr!"

Obwohl durch den Sturm auch größere Bäume mit dicken Stämmen entwurzelt oder angebrochen wurden, ist Hasse bislang kein größerer Schaden an Gebäuden bekannt. In der Regel konnten besonders gefährendende Bäume rechtzeitig gestützt oder Stück um Stück abgenommen werden. Einige Autos seien jedoch durch umstürzende Bäume und herabfallende Äste beschädigt worden. Betroffen seien auch mehrere Versorgungsleitungen.

Nachdem die Feuerwehr in der Akutphase des Sturms vor allem zur Gefahrenabwehr unterwegs war (darunter auch eine hilflose Person hinter verschlossener Tür sowie zwei ausgelöste Brandmeldeanlagen), sind seit Freitagfrüh nun alle Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs und der Verwaltungsabteilung Stadtgrün im Einsatz. Sie kümmern sich um den öffentlichen Raum. Unmittelbar neben der Markthalle musste am Freitagmorgen ein zweiter Baum gefällt werden, der auf das Gebäude zu stürzen drohte.

Sowohl Feuerwehr als auch Stadtverwaltung warnen derzeit eindringlich vor dem Betreten der Parkanlagen. "Wir werden für die Bergung der Stämme noch die gesamte kommende Woche benötigen", berichtete Stadtsprecherin Juliane Stahl am Freitag auf Nachfrage. Der vom Regen völlig durchweichte Boden mache die Bergung für die schweren Maschinen derzeit unmöglich. "Wir haben aber stadtweit weitestgehend alle Schäden erfasst und protokolliert. Sie werden jetzt nach einer Prioritätenliste abgearbeitet", sagte Stahl. Die Räumung von Straßen sowie der Geh- und Radwege habe dabei Vorrang.

Im Rathaus, berichtete Stahl, liefen am Freitagmorgen die Telefone heiß. Bürger meldeten weiterhin Bruchschäden in Bäumen. Dabei betonte Stahl, dass auch sämtliche Mitarbeiter der Abteilung Stadtgrün seit dem Morgen in der Stadt Schäden erfassten. "Wir bitten aber um Geduld bei der Abarbeitung."

Für die Feuerwehr ist der Einsatz auch statistisch von Bedeutung, wie Hasse ergänzt. Für die gesamte Stadtfeuerwehr liege der Tagesdurchschnitt derzeit bei 1,81 Einsätzen. "Allein die Feuerwehr Langenhagen ist laut Statistik jeden Tag mindestens einmal draußen."


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Langenhagen ist ...

  • ... eine Stadt nördlich von Hannover mit mehr als 53.000 Einwohnern
  • ... eine Wirkungsstätte von Nobelpreisträger Robert Koch
  • ... ein Zentrum des Polo-Sports und Heimat der hannoverschen Pferderennbahn
  • ... Standort von einem der größten Verkehrsflughäfen Deutschlands
  • ... die Stadt, in der RAF-Mitglied Ulrike Meinhof 1972 verhaftet wurde
  • ... 6x pro Woche Thema in der Nordhannoverschen Zeitung, die als Heimatzeitung in Langenhagen der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.
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