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Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (Zweiter von rechts) informiert sich in der Geburtsstation.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (Zweiter von rechts) informiert sich in der Geburtsstation.© Antje Bismark

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Langenhagen

Paracelsus-Klinik will Geburtsstation schließen

Die Entscheidung des Paracelsus-Konzerns steht: Zum 30. Juni schließt die Geburtsstation. Gleichwohl nutzte die Klinik einen Besuch von SPD-Politikern, um auf ihre Probleme aufmerksam zu machen.

Langenhagen. „Was muss passieren, damit wir das Aus stoppen können?“ Mit dieser Frage lotete der SPD-Landtagskandidat Marco Brunotte, der zur Wahl am 20. Januar erneut kandidiert, die Chancen für einen runden Tisch zu diesem Thema aus. Eine große Bandbreite an Problemen präsentierte daraufhin Josef Jürgens, im Paracelsus-Konzern für Norddeutschland verantwortlich: zu hohe Versicherungsprämien für Hebammen und Belegärzte, zu geringe Beiträge für normale Geburten, eine hohe Versorgungsdichte mit Kliniken in der Region Hannover und unattraktive Voraussetzungen für Belegärzte.

Mit seiner gesamten Kritik fand er die Zustimmung von Karl Lauterbach, in der SPD-Bundestagsfraktion für Gesundheitspolitik zuständig. „Die Versicherungsprämien werden sich in den nächsten fünf Jahren verdoppeln, ohne dass die Vergütung der Geburten angepasst wird“, prognostizierte Lauterbach und kündigte bei politischer Mehrheit im Bund eine Gesetzesänderung an. Die aber, so Jürgens, werde für die Klinik zu spät kommen. Und auch Chefarzt Michael Neubauer sagte: „Um die Entwicklung verhindern zu können, hätte man Jahre früher planen müssen.“ Der Gynäkologe und Belegarzt Wolfgang Brörken bezifferte die jährliche Steigerung der Prämien, die letztlich den Ausschlag für die Schließung gab, auf 100.000 Euro. Gleichwohl sprach er sich wie die Kinderärztin Irene Diegritz-Qaiyumi für den Erhalt der Station aus - dafür allerdings müsse die Politik die Bedingungen verbessern.

Eine Sorge aber teilte Lauterbach nicht: „Wir sagen ganz klar ja zu den Belegärzten.“ Und deshalb werde sich seine Fraktion dafür einsetzen, die Fallpauschalen für die Mediziner zu erhöhen. „Derzeit verbuche ich deren Arbeit, zum Beispiel auf der Geburtsstation, als wirtschaftliche Selbstausbeutung“, sagte Jürgens und forderte deshalb eine Stärkung der Belegabteilungen.


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