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Ein Dieb marschierte am Freitag in die Zahnarztpraxis von Rüdiger Ahlers und stahl aus dem Sozialraum den unter einem Stuhl abgestellten Rucksack einer 18-jährigen Auszubildenden.

Ein Dieb marschierte am Freitag in die Zahnarztpraxis von Rüdiger Ahlers und stahl aus dem Sozialraum den unter einem Stuhl abgestellten Rucksack einer 18-jährigen Auszubildenden.© Astrid Köhler

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Skurrile Erkärung für Diebstahl

"In Auto gefallen"

Ein alkoholisierter und bereits verurteilter Straftäter hat es nach seiner Gefängnisentlassung gleich wieder bunt getrieben: Er entwendete einen Rucksack aus dem Sozialraum einer Arztpraxis und landete anschließend mit einem gestohlenem Auto im Graben. Der Polizei lieferte er eine bizarre Erklärung.

Laatzen. Der Zahnarzt Rüdiger Ahlers hat schon einiges erlebt, aber „sowas dreistes“, wie es sich am Freitag in seiner Laatzener Praxis abspielte, hat es für ihn in all den 30 Jahren nicht gegeben: Ein Mann marschierte am Freitag unbemerkt in den Sozialraum für die rund 20 Mitarbeiter und stahl den dort abgestellten Rucksack einer Auszubildenden: mit Portemonnaie, Ausweisen, Smartphone, EC-Karten, Haus- und Autoschlüsseln. Und das ist noch nicht alles.

Der Dieb machte sich auf die Suche nach dem - extra weiter entfernt abgestellten - Auto, setzte sich rein und brauste los in Richtung Nordstemmen, wo die 18-Jährige laut ihrem Personalausweis lebt. Immerhin: Die Fahrt endete schon in Heisede. Dort verlor der offenkundig alkoholisierte Mann die Kontrolle über den Smart und landete im Straßengraben. Nach Angaben der Polizei verletzte er sich dabei leicht - und ist er kein Unbekannter.

Bei dem im Auto vorgefundenen Mann handelt es sich um einen 33-Jährigen, der über viele Jahre hinweg wegen ähnlicher Delikte in Erscheinung getreten ist, sagt Stefan Schwarzbard, Leiter des Laatzener Kriminal- und Ermittlungsdienstes (KED). Sowohl in Laatzen als auch anderen Teilen der Region ist der Hannoveraner schon negativ aufgefallen, auch wegen Drogendelikten. Die Art seiner Straftaten gehört in den Bereich Beschaffungskriminalität. Der 33-Jährige sei erst aus der Justizvollzugsanstalt entlassen worden und habe noch unter Bewährung gestanden, so Schwarzbard. Auf die Frage, wie er in das Auto gekommen sei, antwortete der Vorbestrafte sehr fantasievoll. Er habe den Unfallwagen gesehen und sei beim Versuch, die Tür zu öffnen, ins Auto gefallen.

In der Praxis, wo das Fehlen des Rucksacks um 14.30 Uhr bemerkt wurde, erfuhren Ahlers, die Auszubildende und die eingeschaltete Polizei bereits um kurz nach 15 Uhr von dem Fund des Autos. Wie hoch der Schaden ist und wer den zahlt, stand gestern noch nicht fest. Auch von dem Rucksack, dem Geld und dem Handy fehlte bis Montag noch immer jede Spur. Die 18-Jährige, die nach eigenen Angaben zunächst „total schockiert“ war, kann drei Tage später schon wieder lächeln. Sie sei vor allem froh, dass niemand verletzt wurde.


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