Navigation:
Madeleine Matthaie ist Löschmeisterin in Rethen und die einzige Frau bei 80 Führungskräften im Bereich der Stadtfeuerwehr Laatzen.

Madeleine Matthaie ist Löschmeisterin in Rethen und die einzige Frau bei 80 Führungskräften im Bereich der Stadtfeuerwehr Laatzen.© Thorsten Niedrig (Feuerwehr)

Frauen bei der Feuerwehr

Matthaei (24) ist Rethens erste Löschmeisterin

Feuerwehrfrauen gibt es viele in Laatzen – etwa 10 Prozent der 250 Aktiven. Frauen in Führungspositionen hingegen sind sehr selten: Die 24-jährige Madeleine Matthaei ist die erste, die bei der Ortsfeuerwehr Rethen den Dienstgrad einer Löschmeisterin erreicht hat. Stadtweit ist sie erst die zweite.

Rethen. Bereits seit etwa 1,5 Jahren trage die Studentin und gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin den Dienstgrad einer Löschmeisterin, teilte die Ortsfeuerwehr Rethen jüngst mit. Dem vorausgegangen waren nach den Grundausbildungen Truppmann I und II erfolgreiche Teilnahmen an mehreren Gruppenführerlehrgängen bei der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz in Celle sowie technische Weiterbildungslehrgänge für Sprechfunker und Atemschutzgeräteträger. Mehr als 300 Stunden Ausbildung hat sie absolviert – zusätzlich zu den normalen Diensten und Einsätzen. Seit 2014 ist Matthaei zudem stellvertretende Jugendwartin in Rethen. Funktionsämter wie dieses sind ebenfalls eine Voraussetzung, um einen Dienstgrad zu erhalten.

„Es tut der Feuerwehr insgesamt gut, auch Frauen in Führungspositionen zu haben“, sagte Stadtbrandmeister Sebastian Osterwald. Landesweit sei dies zwar nicht mehr so besonders, wie das Beispiel einer Ortsbrandmeisterin in Langenhagen zeige. Im Stadtgebiet Laatzen mit seinen vier Ortsfeuerwehren allerdings seien Frauen in Führungspositionen „leider noch sehr selten“, betonte Osterwald.

80 Führungskräfte zählt die Stadtfeuerwehr Laatzen in den acht Dienstgraden vom Löschmeister bis zum Ersten Hauptbrandmeister. Matthaei ist nun seit 2016 die erste Frau in diesen Reihen.

Die Rethenerin ist eine von 25 Löschmeistern in Laatzen und füllt die Lücke, die vor Jahren die Löschmeisterin Carolin Picker hinterließ. Diese war Ende der Neunzigerjahre als Gruppenführerin im Löschzug Grasdorf aktiv und verließ Laatzen nach dem Ende ihres Studiums einige Jahre später.

Die 24-jährige Madeleine Matthaei hat mehr als ihr halbes Leben bei der Feuerwehr verbracht. 2002 trat sie der Jugendfeuerwehr bei, sechs Jahre später dann der Einsatzabteilung. Seit 2010 ist sie Betreuerin der Jugendfeuerwehr Rethen und hat ihr Wissen bei etlichen Lehrgängen ständig erweitert – darunter auch denen, die Voraussetzung für die Verleihung des Dienstgrades bei der Hauptversammlung 2016 waren. „Ich freue mich, dass mit Madeleine Matthaei erstmals eine Frau aus unserer Ortsfeuerwehr diese Lehrgänge absolvieren konnte“, betonte Ortsbrandmeister Denis Schröder.

Matthaeis Großvater war zeitlebens bei der Feuerwehr ebenso aktiv wie ihre Eltern – ihr Vater ist Hauptlöschmeister – und ihr Bruder. Spezielle weitere Ambitionen bei der Feuerwehr habe sie derzeit nicht, sagt die 24-Jährige: „Ich bin ganz zufrieden mit meiner jetzigen Position.“ Seit 2015 studiert Matthaei in Bremen Gesundheitswissenschaften, doch der Bezug nach Rethen ist ungebrochen. „Ich versuche so häufig wie es geht da zu sein.“

Madeleine Matthaei im Gespräch mit HAZ-Redakteurin Astrid Köhler

HAZ: Frau Matthaei, wie ist es, erste Löschmeisterin Rethens zu sein?

Matthaei: Es ist schon eine Ehre, gerade weil vor mir noch keine Frau dort diesen Dienstgrad verliehen bekommen hat. In dem Moment, als bei der Versammlung mein Name vorgelesen wurde, war ich ziemlich überrascht.

HAZ: Ihr Opa, Ihre Eltern und Ihr Bruder waren oder sind bei der Feuerwehr aktiv. Als Sie 2002 eintraten – wollten oder „mussten“ Sie?

(lacht) Es gab jedenfalls keinen Familienzwang. Ich habe mich freiwillig entschieden. Mich hat das Kameradschaftsding gereizt, die Aktionen und die Leute dort. Sie waren und sind immer noch die Motivation, regelmäßig zum Dienst zu gehen.

HAZ: Grob geschätzt haben Sie schon bei 75 Einsätzen geholfen. Mit welchem Gefühl fahren Sie los?

Anfangs ist es schon ein mulmiges Gefühl, wenn man nicht weiß, was ist und in welchem Umfang. Aber ich versuche entspannt ranzugehen und auf der Fahrt in Ruhe durchzugehen, was gleich meine Aufgaben sein werden. Man tut sein Bestes.

HAZ: Ist die Berufsfeuerwehr eine Option für Sie?

Grundsätzlich schon, aber ich kenne mich und meine sportlichen Leistungen. Ich würde beim Einstellungstest wohl an den vorgeschriebenen zwölf Liegestützen scheitern.

HAZ: Vielen Dank für das Gespräch.

Von Astrid Köhler


Anzeige

Laatzen ist ...

  • ... eine Stadt südlich von Hannover mit mehr als 40.000 Einwohnern.
  • ... mit dem Park der Sinne und dem Luftfahrtmuseum ein beliebtes Ausflugsziel.
  • ... Heimat der Wasserball-Bundesligamannschaft SpVg Laatzen.
  • ... während großer Messen auch Haltepunkt für ICE-Züge.
  • ... 6x pro Woche Thema in den Leine-Nachrichten, die als Heimatzeitung in Laatzen der Neuen Presse beiliegen. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.
Ihre Region
° °
%
km/h
° °
%
km/h
° °
%
km/h
° °
%
km/h