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... und einem Handgemenge spielte sich der Vatertag am Hufeisensee ab.

... und einem Handgemenge spielte sich der Vatertag am Hufeisensee ab.© Martin Lauber

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Isernhagen

Handgemenge bleibt am Hufeisensee die Ausnahme

Wo sind die Massen geblieben, die an Himmelfahrtstagen auf den Wiesen und Stränden am Hufeisensee sonst mehr oder weniger gesittet „Vatertag“ feierten? Diese Frage stellte sich gestern nicht nur der Gesamteinsatzleiter der Polizei, Thomas Mews.

Martin Lauber. Klar schien indes das Warum der wundersamen Dezimierung der Massen: Per so genannter Allgemeinverfügung hatte die Gemeinde Isernhagen Schnaps und laute Musik unter Androhung von Strafgeld verboten – und das zeigte spätestens bei den Einlasskontrollen bei vielen jungen Leuten abschreckende Wirkung.

Lieber weg als ohne Schnaps

Ein Beispiel: Eine angetrunkene vielleicht 15-jährige Blonde schwankt auf einen der sieben schwarz-gekleideten Leute des privaten Sicherheitsdiensts zu, den die Gemeinde beauftragt hatte. „Hart-Alk erlaubt?“ „Nein!“ „Osbourne okay?“ „Nein.“ „Havanna?“ „Nein!“ „Scheiße, wir gehen wieder.“ Ein anderes Beispiel: Ein Quartett, das mit wattstarkem Lautsprecher im Kinderanhänger aus Bothfeld zum Hufeisensee geradelt ist, tritt den Rückzug an, als Leute vom Sicherheitsdienst Anstoß an der Box nehmen. „Wir respektieren das, aber wir fahren dahin, wo es schöner ist.“ Zu ausgelassener Stimmung gehöre nun mal auch laute Musik. Und tschüss.

An der Frage, wie streng die Regeln sein sollten, schieden sich die Geister. Eine hannoversche Familie genoss samt Siamkatze die ungewohnte Vatertagsruhe am See. Die Schwiegertochter, aus Spanien zu besuch, fand: „Wenn jeder laut Musik macht, kann man das Gelände gar nicht genießen.“ Zwei junge Mütter aus Isernhagen N.B. und Kirchhorst ein paar Meter weiter stimmten vor allem dem Tabu für Alkohol oberhalb von 15 Prozent zu: „Das eskaliert sonst leicht.“

Auch DLRG und DRK im Einsatz

Und eben das sollte diesmal nicht passieren, sagt Einsatzleiter Mews mit Blick auf frühere Alkoholexzesse am Hufeisensee. Gestern konnte er noch kurz vor 18 Uhr von einer „insgesamt ruhigen Lage“ berichten – allerdings bei steigendem Alkoholpegel. 30 Beamte, vier davon beritten, waren gefühlt überall präsent und hatten alles im Blick. Zur Vatertagskulisse gehörten außerdem acht Leute der DRK-Bereitschaft Isernhagen-Burgwedel-Wedemark samt Rettungswagen und ebenso viele Badenstedter DLRG-Helfer, die aber allesamt nicht viel zu tun hatten.

"Zu Boden gebracht"

Manche noch so üble Beschimpfung nahmen die Polizisten gar nicht zur Kenntnis. Zu angespannten Situationen kam es trotzdem – am Nachmittag gab es sogar ein Handgemenge zwischen einem 18-Jährigen und Polizeibeamten. Einsatzleiter Michael Olbrich hatte einen 17-Jährigen mit 2,28 Promille Alkohol im Blut festgehalten, um die Eltern über seinen Zustand zu informieren, als er von hinten an der Schulter gerissen wurde. „Er wurde von zwei Beamten zu Boden gebracht“, erklärte Gesamteinsatzleiter Mews.

Bereits um 16 Uhr hatten sich die zwei Mitarbeiter der Gemeinde Isernhagen, die ebenfalls nach der Ordnung am See sollten, bei der Polizei abgemeldet – laut Mews, weil so wenig los gewesen sei.

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Isernhagen ist ...

  • ... eine Gemeinde nordöstlich von Hannover mit knapp 23.000 Einwohnern
  • ... Heimat von Olympiasiegerin Anke Kühn (Hockey)
  • ... Gründungsort des Radiosenders ffn
  • ... nach dem durchschnittlichen Einkommen der Bürger die wohlhabenste Gemeinde in Niedersachsen
  • ... Sitz des Lederwarenherstellers Bree Collection
  • ... 6x pro Woche Thema in der Nordhannoverschen Zeitung, die als Heimatzeitung in Isernhagen der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.