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Der 57-jährige Michael Mohr war als Feuerwehrsprecher fast rund um die Uhr einsatzbereit. 

Der 57-jährige Michael Mohr war als Feuerwehrsprecher fast rund um die Uhr einsatzbereit. © Tobias Lehmann

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Hemmingen

Feuerwehrsprecher legt Amt nach 13 Jahren nieder

Michael Mohr, Sprecher der Hemminger Stadtfeuerwehrsprecher, hat sein Amt nach 13 Jahren niedergelegt. Er ist mit seiner Ehefrau nach Hannover-Davenstedt gezogen.

Hemmingen. Der 57-Jährige war ein klassischer Quereinsteiger. Er wurde erst Mitglied der Feuerwehr, als er Mitte der neunziger Jahre von Hannover nach Devese gezogen ist. "Da es auf dem Land keine Berufsfeuerwehr gibt, war das für mich selbstverständlich. Ich wollte den freiwilligen Einsatz unterstützen", sagt Mohr, der als Betriebswirt bei einer Versicherung arbeitet. Zunächst hat er dann die Kleiderkammer der Stadtfeuerwehr in Devese betreut. 2004 wurde er zum Pressesprecher ernannt. 

"Die Herausforderungen für dieses Amt sind in den vergangenen Jahren gestiegen", sagt er. Der Regionspressewart der Feuerwehren, Armin Jeschonnek, hat mehrere Lehrgänge für die Pressesprecher entwickelt. Gelehrt wird dort unter anderem Presse- und Persönlichkeitsrecht, Fotografie, das Schreiben von Berichten und Kommunikation in Krisensituationen. "Wir müssen wissen, wie wir zum Beispiel bei Großbränden mit Pressevertretern kommunizieren", sagt Mohr. Auch das freie Sprechen für Liveinterviews im Radio oder Fernsehen wird geprobt. "Da ist es schon unangenehm, wenn man sich ständig verhaspelt."

Aktiv teilgenommen hat Mohr als Sprecher an Einsätzen selten. "Bei kleineren Einsätzen, wie dem Beseitigen einer Ölspur, habe ich auch mal geholfen. Da konnte ich den Bericht anschließend schreiben." Bei größeren Bränden hat Mohr aber häufig auch direkt vor Ort berichtet. In seiner Berichterstattung hat er sich vor allem auf die Medien in Hemmingen konzentriert. Er habe aber auch Kollegen, deren Presseverteiler vier DIN A4-Seiten umfasst, so dass Medien in ganz Deutschland informiert werden. "Doch was interessiert es Menschen, die in Bayern leben, wenn in Hemmingen ein Papierkorb brennt?", fragt er.

Zu Beginn seiner Amtszeit gab es noch analoge Funkempfänger. "Das war nicht schlecht. Damit konnten wir immer aktuell mithören, was gerade passiert", sagt er. Seitdem vor einigen Jahren die digitalen Empfänger eingeführt wurden, bekommt der Sprecher immer nur eine kurze Nachricht und muss sich dann telefonisch selbst informieren. "Da ist auch Fingerspitzengefühl gefragt. Schließlich kann ich den Ortsbrandmeister nicht anrufen, wenn er gerade mitten im Einsatz ist", sagt Mohr. 

Der 57-Jährige will Mitglied der Feuerwehr Devese bleiben. Doch die Aufgabe als Sprecher kann er von Davenstedt aus nicht mehr übernehmen. Der Grund für seinen Umzug ist der Bau der B3-Ortsumgehung, sagt er. Bisher konnte er über eine Strecke von 900 Metern direkt zum Real-Markt fahren. "Wenn die Ortsumgehung fertig ist, muss ich dafür über eine vierspurige Straße und drei Kreisel fahren. Damit bin ich nicht einverstanden", sagt er.

Diese Einsätze sind Michael Mohr besonders in Erinnerung geblieben

Wenn Michael Mohr nicht gerade im Urlaub war, musste er jederzeit für einen Einsatz bereit sein. "Einmal wollte ich nur kurz tanken fahren und habe den Meldeempfänger zu Hause gelassen. Da rief mich meine Frau an und sagte, dass ein Einsatz gemeldet wurde und ich bin direkt von der Tankstelle dorthin gefahren", sagt Mohr,  der früher vor seiner Zeit bei der Feuerwehr bereits für den DRK-Katastrophenschutz im Einsatz war. 

Gleich zu Beginn seiner Amtszeit als Sprecher kam es zu einem Großbrand in einem Geschäftszentrum in Arnum. Das war sozusagen seine Feuertaufe. "Über so einen großen Einsatz hatte ich noch nie zuvor berichtet", sagt Mohr. Eher amüsant war eine Entenfamilie, die einen Sommer lang immer wieder auf Arnums Straßen aufgetaucht ist und über die auch überregionale Medien berichtet haben. 

Wegen eines Hochwassers im Bereich der Brückstraße in Hemmingen-Westerfeld mussten einmal die Kleingärten dort evakuiert werden. Dort lebte eine Seniorin mit vielen Tieren zusammen. Sie wollte ihr Heim zunächst nicht verlassen. "Wir haben dann den Bürgermeister geholt, der mit ihr gesprochen hat. Sie willigte schließlich ein", sagt Mohr. Die Feuerwehr hat dann auch die Tiere evakuiert. "Da sind wir mit Ziegen auf dem Dach des Einsatzwagens gefahren", sagt Mohr.


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Hemmingen ist ...

  • ... eine Stadt südlich von Hannover mit sieben Stadtteilen und mehr als 18.000 Einwohnern
  • ... von der Fläche her die kleinste Kommune in der Region Hannover
  • ... Standort eines großen NDR-Sendemasten
  • ... seit Jahre uneins über die geplante Ortsumgehung. Einen Anschluss an die Stadtbahn wird es aber erst geben, wenn die Umgehung fertig ist.
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