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Hermann Heldermann ist Koordinator der Flüchtlingsarbeit in Hemmingen.

Hermann Heldermann ist Koordinator der Flüchtlingsarbeit in Hemmingen.© Carolin Müller

Hemmingen

Ansprechpartner in Sachen Flüchtlinge

Seit Kurzem ist der ehemalige Gehrdener Bürgermeister Hermann Heldermann als Flüchtlingskoordinator für Hemmingen tätig. Bürgermeister Claus Schacht zieht dazu eine erste Bilanz: „Es war die richtige Entscheidung.“

Hemmingen. Heldermann soll in seiner Funktion als Schnittstelle zwischen der Verwaltung und den ehrenamtlichen Helfern fungieren und Ansprechpartner für Bürger und auch Unternehmen sein. „Ich sehe meine Aufgabe darin, Hilfestellungen zu bieten und Lücken zu schließen, auf die ehrenamtliche Helfer stoßen“, so Heldermann. Die Aufnahme und Integration der Flüchtlinge sehe er als eine unglaubliche gesellschaftliche Herausforderung. Erste Kontakte mit dem Netzwerk für Flüchtlinge verliefen zwar noch etwas schüchtern, so Heldermann, aber sehr positiv.

Da die Anzahl der neu ankommenden Flüchtlinge im Moment gering ist und die Grundbedürfnisse aller Angekommenen gesichert sind, liegt der Fokus von Heldermanns Arbeit auf der Integration in die Gesellschaft. Das soll auf den Ebenen Bildung, Freizeit, Wohnen und Arbeiten passieren. „Die Kernaufgabe liegt darin, den Menschen durch Arbeit oder Praktika eine neue Alltagsstruktur zu schaffen“, so Heldermann. Eine große Bedeutung käme dabei der Wirtschaft zu. Heldermann ist es wichtig, einen Überblick im Arbeitsdschungel zu gewinnen, um jedem Flüchtling eine auf ihn zurechtgeschnittene Förderung und Arbeit zu vermitteln.

Eine weitere große Aufgabe besteht in der Beschäftigung der Flüchtlinge ohne Status, die nicht Arbeiten gehen dürfen. In der Sammelunterkunft an der Heinrich-Hertz-Straße soll dafür eine Art Integrationszentrum mit Werkstätten und Schulungsräumen entstehen. Außerdem ist einer der nächsten Schritte Heldermanns, den Kontakt zu Sportvereinen zu suchen, die im Bereich Freizeit eine wichtige Plattform zur Integration sein können.

Als Flüchtlingskoordinator ist Heldermann auch Ansprechpartner für Bürger und Unternehmen, die helfen möchten oder Sorgen haben. Die Angst vor Veränderung möchte er durch eine hohe Transparenz und einen dauerhaften Informationsfluss nehmen. Zudem sind Projekte geplant, die Einwohnern und Flüchtlingen die Möglichkeit zum interkulturellen Austausch bieten wie beispielsweise ein Familientag und ein Tag der offenen Tür. Großen Zuspruch findet schon jetzt das Interkulturelle Café des Hemminger Netzwerks für Flüchtlinge.

Die Idee, die Aufgabe als Flüchtlingskoordinator zu übernehmen, entstand zufällig in einem Gespräch zwischen Heldermann und Bürgermeister Claus Schacht. In weiteren Gesprächen wurde die Idee konkretisiert und umgesetzt. Heldermanns Auftrag ist erst einmal beschränkt bis Ende des Jahres, eine Verlängerung ist aber möglich. Er ist nicht direkt bei der Stadt angestellt, sondern arbeitet freiberuflich mit einem Werksvertrag, was ihm die nötige Unabhängigkeit garantieren soll.

Von Carolin Müller


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Hemmingen ist ...

  • ... eine Stadt südlich von Hannover mit sieben Stadtteilen und mehr als 18.000 Einwohnern
  • ... von der Fläche her die kleinste Kommune in der Region Hannover
  • ... Standort eines großen NDR-Sendemasten
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