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Die Tiermedizinische Fachangestellte Diana Afuzi mit einer Mischlingshündin in einem Behandlungsraum der Ditterker Tierklinik: Hier steht alles zur Verfügung, um im Notfall auch vergiftete Hunde zu behandeln.

Die Tiermedizinische Fachangestellte Diana Afuzi mit einer Mischlingshündin in einem Behandlungsraum der Ditterker Tierklinik: Hier steht alles zur Verfügung, um im Notfall auch vergiftete Hunde zu behandeln.© Bernhard Herrmann

Gehrden / Hemmingen / Isernhagen

Giftköder? Hundebesitzer in Sorge

Seit einigen Tagen kursieren im Internet - vor allem im Netzwerk Facebook - Warnungen an Hundebesitzer: Angeblich verteilen Hundehasser mit Gift oder Nägeln präparierte Köder. In Gehrden und Arnum sollen vier vergiftete Tiere sogar gestorben sein. Doch was ist dran?

Ditterke. Sind die beiden Hunde, die sich laut einer Tierarztpraxis Anfang der Woche am Kirchhorster See vergiftet haben, ein Einzelfall? Vieles spricht dafür: In der Tierärztlichen Hochschule in Hannover sind nach Informationen unserer Zeitung in den vergangenen 14 Tagen keine Hunde mit Vergiftungserscheinungen eingeliefert worden. Bei den Städten Hemmingen und Gehrden wurden keine Fälle gemeldet. Die Polizeidirektion Hannover hat keine amtliche Warnmeldung herausgegeben.

Trotzdem sind Tausende Hundebesitzer aufgrund der in den sozialen Medien verbreiteten Meldungen zurzeit in Sorge. Viele stellen sich die Frage: Was muss ich beim Gassigehen beachten? Veterinärin Catharina Grötz aus einer Ditterker Tierklinik empfiehlt, die Hunde in unbekanntem Gelände anzuleinen oder neben sich laufen zu lassen. Sollte es einen Verdacht darauf geben, dass der Hund einen Giftköder oder Teile davon gefressen hat, muss ein Tierarzt angerufen werden. „Symptome könnten beispielsweise Erbrechen, Durchfall, Unruhe, ein apathisches Verhalten oder starker Speichelfluss sein“, sagte die Tierärztin. „Wenn möglich, sollten das Futter oder Köderreste und Ausscheidungen des Hundes mit Handschuhen gesichert und zum Tierarzt mitgenommen werden.“

Dass es sich bei den angeblich verbreiteten Ködern um sogenannte Impfköder handelt, die Kommunen beispielsweise gegen Tollwut bei Füchsen und Wildschweinen verteilen, ist unwahrscheinlich. „In der Region Hannover hat das Veterinäramt seit Jahren keine Impfköder ausgebracht, weil es keine Tollwut in der Region Hannover gibt“, sagte Regionssprecherin Christina Kreutz. Im Stadtgebiet von Gehrden und Hemmingen sind zurzeit auch keine amtlichen Giftköder beispielsweise zur Rattenbekämpfung ausgelegt worden.

Im Polizeikommissariat Barsinghausen hat der Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes, Rüdiger Pietsch, keine Informationen zu Vergiftungen. Die Beamten rufen die Bürger auf: „Hundehalter, die einen Verdacht auf einen illegal ausgelegten Giftköder haben, sollten immer die Polizei verständigen“, sagt Axel Feldmann, Leiter Einsatz- und Streifendienstes im Polizeikommissariat Ronnenberg. Die Polizei habe Kenntnis von den bei Facebook verbreiteten Informationen und ermittele.

Fest steht: Um wirklich ermitteln zu können, braucht die Polizei Beweise. Daher ist es wichtig, dass sich Hundehalter bei den Beamten melden. 

Bernhard Herrmann / Esther Kathmann


Warnung vor vergiftetem Hundefutter Diese Meldung verbreitet sich bei Facebook derzeit rasend schnell: Hundehasser sollen in Isernhagen und Langenhagen Hundefutter auslegen, das mit Gift und Nägeln präpariert ist. Eine Tierarztpraxis bestätigt jetzt: Zwei Hunde haben sich am Kirchhorster See tatsächlich vergiftet. mehr
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Gehrden ist ...

  • ... eine Stadt im Calenberger Land mit knapp 15.000 Einwohnern
  • ... die ehemalige Heimat von Tagesschausprecher Marc Bator
  • ... ein Paradies für Spaziergänger
  • ... Ausgrabungsort einer ehemaligen germanischen Siedlung
  • ... 6x pro Woche Thema in der Calenberger Zeitung, die als Heimatzeitung in Gehrden der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.