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Ein Jahr und neun Monate Bewährungsstrafe wegen Untreue - diese Strafe hat das Landgericht Hannover dem Altgarbsener am Montag auferlegt.© Symbolfoto

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Altgarbsen

Landgericht mindert Strafe für Professor

Ein Altgarbsener steht auch nach vier Jahren mit Prozessen wegen einer 300.000-Euro-Überweisung seines früheren Nachbarn weiter als Veruntreuer da. Anerkennen will er das nicht.

Garbsen. Ein Jahr und neun Monate Bewährungsstrafe wegen Untreue - diese Strafe hat das Landgericht Hannover dem mittlerweile 74-jährigen Altgarbsener am Montag auferlegt. Damit endet die seit 2008 dauernde juristische Aufarbeitung der Überweisung vorläufig.

Der Fachhochschulprofessor im Ruhestand hatte bereits im Dezember 2005 von seinem Nachbarn 300.000 Euro auf ein Sonderkonto überwiesen bekommen. Der damals 91-Jährige bereitete sich auf sein Lebensende vor und wollte mit dem Transfer dafür sorgen, dass seine Tochter aus erster Ehe nichts von dem Geld erbt. Gleichzeitig traf man die Absprache, dass das Geld bei Bedarf weiterhin für den 91-Jährigen zur Verfügung steht. Der Professor erhielt zudem eine Vorsorgevollmacht.

Später bekam das Amtsgericht Neustadt Wind von der Überweisung und setzte einen neuen Betreuer für den früheren Nachbarn ein, der damals im Heim lebte und mittlerweile gestorben ist. Der Betreuer forderte das Geld zurück, doch der Professor meldete stattdessen dem Finanzamt die Summe als Schenkung und zahlte 90.000 Euro Steuern. Er beteuerte aber, dass er sich an die Absprache gebunden fühle, und tastete das Konto sonst auch nicht an.

Im Zivilprozess unterlag der heute 74-Jährige in zwei Instanzen und hat die 300.000 Euro zurückgezahlt. Amts- und Landgericht verurteilten ihn wegen Untreue, eine Revision beim Oberlandesgericht (OLG) hatte nur teilweise Erfolg: Es bestätigte seine Schuld, forderte aber das Landgericht auf, die zweijährige Bewährungsstrafe noch einmal zu überprüfen.

Die Celler Richter hatten angezweifelt, dass es sich um besonders schwere Untreue handelt, die mit höheren Strafen geahndet wird. Außerdem wies das OLG darauf hin, dass eine Strafe von zwei Jahren und mehr den Altgarbsener seine Pension gekostet hätte. Die Folge war gestern die leichte Strafminderung von der 15. kleinen Strafkammer.

Die Sturheit des Professors, die ihn mittlerweile in ernsthafte finanzielle Probleme gebracht hat, erstaunte die Richterin Beatrix Homann: „Juristen hätten sie davor warnen können.“ Anwalt Hermann Brinkmann war mit dem Auftritt seines Mandanten auch nicht immer einverstanden. Dieser denkt jetzt über andere Wege nach, die Welt von seiner Unschuld zu überzeugen: „Vielleicht schreibe ich ein Buch“, sagte er am Montag.


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