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Die Wunstorfer Johanniter haben die Halle in Zusammenarbeit mit dem THW Wunstorf in drei Tagen hergerichtet.© Bernd Riedel

Altgarbsen

Notunterkunft wurde in drei Tagen hergerichtet

Seit Sonnabend ist die erste Halle auf dem Avarto-Gelände in Garbsen bereit, Flüchtlinge aufzunehmen. 200 Menschen werden gegen Abend in vier Bussen aus Bayern erwartet. Die Helfer haben die Halle in nur drei Tagen hergerichtet. 

Altgarbsen. Die Wunstorfer Johanniter haben die Halle seit Mittwochvormittag in Zusammenarbeit mit dem THW Wunstorf hergerichtet: Die Halle ist in 23 gleich große Schlafkammern unterteilt. Dünne Kunststofffolien bilden die Wände. Die Johanniter nutzen weder Feldbetten, noch Hochbetten: „Damit haben wir schlechte Erfahrungen gemacht“, sagte Bernd Stühmann, Dienststellenleiter der Johanniter in Wunstorf und Garbsen und jetzt Koordinator des Notunterkunftbetriebs, am Sonnabendvormittag bei einer Besichtigung.

Ein Einzelschlafplatz besteht aus einer Schaumstoffmatratze und einem flachen Untergestell aus Holzpaletten. Container mit Duschen, Toiletten, Waschmaschinen und Trocknern sind betriebsbereit.

Überall sind Hinweistafeln in sechs Sprachen angebracht. In mehreren Sprachen hängen auch die „Hauptregeln“ an den Trennwänden.

Wenn die 200 Flüchtlinge am Abend eintreffen, heißt es für sie zunächst wieder warten: Sie werden einzeln durch ein Zelt in die Halle geführt. Sie werden kurz medizinisch in Augenschein genommen, dann bekommen sie einen Hausausweis ausgestellt. „Das ist keine Registrierung“, sagte Regionspräsident Hauke Jagau. Es handele sich um eine Notunterkunft, weder Erstuntersuchung noch Registrierung würden hier vorgenommen.

Bis zu 1000 Flüchtlinge ab Januar

In den vergangenen Tagen haben die Johanniter zusammen mit der Polizei die Nachbarn aufgesucht, um Verständnis gebeten und das Vorhaben und die Situation erläutert. „Die Resonanz war durchweg positiv und verständnisvoll“, sagte Stühmann. Zwischen 50 und 60 Mitarbeiter von Johannitern und THW waren in den vergangenen Tagen damit beschäftigt, die Halle herzurichten. Am Sonnabendmorgen gegen 2 Uhr war die Arbeit zum größten Teil geschafft.

Es ist die erste Halle, die als Notunterkunft auf dem Arvato-Gelände im Gewerbegebiet Gutenbergstraße/Alte Ricklinger Straße genutzt wird. Geplant ist aber, ab Januar weitere Hallen herzurichten und bis zu 1000 Flüchtlinge gleichzeitig zu betreuen. Der Stadt Garbsen wird diese Amtshilfe zu 50 Prozent auf die Aufnahmequote von Flüchtlingen angerechnet, weshalb Garbsens Bürgermeister Christian Grahl vorsichtig optimistisch ist, dass nicht so viele Wohnungen und Sammelunterkünfte in Garbsen fällig werden wie bisher angenommen.

Bernd Riedel


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