Navigation:
Auf dem Podium diskutieren die Landtagskandidaten über die Y-Trasse.

Auf dem Podium diskutieren die Landtagskandidaten über die Y-Trasse.© Martin Lauber

|
Wettmar

Keine Partei steht voll hinter der Y-Trasse

Die Y-Trasse, wie sie 2001 raumordnerisch festgestellt wurde, genießt bei keiner der Parteien, die in den nächsten Niedersächsischen Landtag streben, vollen Rückhalt. Dieser Konsens war das bemerkenswerte Ergebnis eines Wahlforums in Wettmar, zu dem das Bürgerforum Burgwedel alle Kandidaten des Wahlkreises 31 eingeladen hatte.

Burgwedel. Dass die Pläne für die vor Jahrzehnten geplante Y-Trasse noch einmal überprüft werden sollen - und daneben als gleichwertige Optionen drei weitere Varianten kommen: Dieses Versprechen von Bahn-Chef Rüdiger Grube hat nicht nur Ernst-Otto Thiesing, den Vorsitzenden des Bürgerforums Burgwedel, zuversichtlich gestimmt. „Nach dem, was Grube mit den Bürgerinitiativen besprochen hat, steht die Y-Trasse auf Null“, vermutete sogar Marco Brunotte (SPD).

Allein der Oldenburger FDP-Abgeordnete Klaus Rickert, der die örtliche Kandidatin Christiane Hinze vertrat, bekannte, dass die Y-Trasse im Wahlprogramm seiner Partei stehe. Aber auch er hielt - nach Stuttgart 21 - neue Formen der Bürgerbeteiligung für unabdingbar. Rainer Fredermann (CDU), der insbesondere die im Zuge der Y-Trasse diskutierte Güterumgehungsstrecke über Burgwedeler und Burgdorfer Gebiet nach Lehrte ablehnt, sah es als ersten Erfolg an, dass auch die alternativen Ausbauvarianten zur Y-Trasse zum Bundesverkehrswegeplan 2015 angemeldet werden sollen.

Michael Stobbe (Grüne) und Stefan Baufeld (Linke) waren sich einig, dass die Y-Trasse ungeeignet sei, die Probleme des Hafen-Hinterland-Verkehrs zeitnah zu lösen. Für Wolfgang Liebetrau (Piraten) ist sie ökologisch und - bei Kosten von vier Milliarden Euro - auch ökonomisch aus dem Rennen.

Für Aha-Erlebnisse bei der gut besuchten Veranstaltung in der Waldschänke sorgte der Rothenburger Bahnexperte Klaus-Dieter Streit, die die BIs entlang der Y-Trasse berät. Er stellte klar, dass die geplante Megahub-Anlage in Lehrte, die Güter im großen Stil von der Schiene auf die Straße umladen soll, nicht als Argument für eine Güterbahnumgehung durch Burgwedel und Burgdorf tauge. Bei einem Zug pro Stunde komme die Bahn auch mit dem Status quo zurecht. Der wesentliche Hafen-Hinterland-Verkehr bleibe über lange Distanzen auf der Schiene und rolle - an Lehrte vorbei - in den Süden.

Streit sieht das Risiko, dass die Y-Trasse aus Zeitdruck „ohne geprüfte Alternativen“ zum Bundesverkehrswegeplan angemeldet werden könnte und - nur um mal ein Großprojekt in den Norden zu holen - sogar eine Chance hätte. Der Experte riet den BIs, beim Land auf die Kostenübernahme für einen eigenen unabhängigen Gutachter zu dringen. Skeptisch blieben die Bürgermeister der Wedemark und von Burgdorf, Tjark Bartels und Alfred Baxmann. Sie monierten, Bahn und Bund hätten bisher die Interessen nicht ausgewogen berücksichtigt, um eine für die Bürger „minimal-invasive“ (Bartels) Lösung zu finden.


Anzeige

Burgwedel ist ...

  • ... eine Stadt im Nordosten von Hannover, die aus sieben Stadtteilen besteht und mehr als 20.000 Einwohner hat
  • ... schuldenfrei (!)
  • ... die Heimat von Martin Kind, Präsident von Hannover 96
  • ... Sitz der Drogeriemarktkette Rossmann
  • ... Geburtsort von Schauspielerin Bettina Zimmermann
  • ... 6x pro Woche Thema in der Nordhannoverschen Zeitung, die als Heimatzeitung in Burgwedel der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.