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Vorbereitung auf die Müller-Prüfung: Die Lehrlinge werden von Rüdiger Hagen (ganz rechts) an der Mühle in Wettmar ausgebildet.

Vorbereitung auf die Müller-Prüfung: Die Lehrlinge werden von Rüdiger Hagen (ganz rechts) an der Mühle in Wettmar ausgebildet. © Carina Bahl

Burgwedel

Auf dem besten Weg zur Müller-Prüfung

Der Heimatverein in Wettmar bildet aktuell Verstärkung aus: Elf Freiwillige wollen Hobby-Müller werden und künftig das Team rund um die Bockwindmühle in Wettmar unterstützen. Am Sonnabend stand einer von zehn Praxistagen des Lehrgangs an. Im Spätsommer soll die Abschlussprüfung folgen.

Wettmar. Es ist schon ein Hobby der besonderen Art, das der Heimatverein für das Kirchspiel Wettmar, Engensen, Thönse da auf dem kleinen Berg pflegt: Die historische Bockwindmühle, 2011 in Eigenleistung und dem Denkmalschutz getreu dort aufgebaut, will betrieben und der Öffentlichkeit erklärt werden. Da braucht es Fachpersonal. Und weil der bislang letzte Müllerkurs schon rund sieben Jahre zurückliegt, werden in diesen Monaten fleißig Nachwuchskräfte ausgebildet.

Am Sonnabend ist Praxistag für die elf Müller-Anwärter. Sechsmal haben die Ehrenamtlichen sich schon zum Theorie-Pauken getroffen. Heute darf Hand angelegt werden. „Endlich geht’s los“, betont die 29-jährige Annika Blume. Frisch nach Wettmar gezogen, war ihr der ganze Stolz des Dorfes sofort als Wahrzeichen ins Auge gestochen. „Ich kannte hier keinen, aber das ist eine schöne Sache, sich ins Dorfleben einzubringen.“ Ihr zur Seite steht die 28-jährige Ronja Wendland – auch sie will Müllerin werden. „Ich habe davon in der Zeitung gelesen. Es war eine spontane Eingebung, hier mitzumachen“, erzählt die Großburgwedelerin. Nein, das typische Hobby sei der Betrieb einer Bockwindmühle wahrlich nicht. „Aber dann hat man wenigstens etwas zu erzählen“, sagt sie und lacht.

So viel Spaß die Müllerlehrlinge auch haben und so weit vorn auch die Geselligkeit im Heimatverein steht – so groß ist doch auch die Herausforderung, das Müllerhandwerk zu lernen. „Es gibt für alle eine Abschlussprüfung“, betont Ausbilder und Mühlenexperte Rüdiger Hagen. Im Spätsommer werden seine Zöglinge einzeln vor einem unabhängigen Prüfer beweisen müssen, dass sie wissen, wie man eine Mühle in Betrieb setzt, sie aufsegelt, abbremst und letztlich wieder sichert. Dass die Bockwindmühle in Wettmar zwei Jalousienflügel und zwei Segelflügel hat, das wissen die Lehrlinge bereits. Was es an Technik sonst noch alles zu beachten und zu bedienen gibt, lernen sie bei zehn Praxistagen – auch an anderen Mühlen in der Umgebung.

Nach erfolgreichem Abschluss im Herbst sollen sie die mehr als 20 bereits ausgebildeten Müller im Heimatverein tatkräftig unterstützen. Aber auch jetzt sind sie an der Mühle stets willkommen – zum Beispiel, um den großen Mühlentag am Pfingstmontag mit vorzubereiten. Dann können Besucher aus der ganzen Region wieder den Müllern in Wettmar über die Schulter schauen, alles über die Historie der Mühle erfahren und bei einem bunten Programm einen schönen Tag verbringen.

Von Carina Bahl


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