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Im anonymen Brief wird über „tägliches Chaos“ auf der Burgdorfer Straße geklagt.

Im anonymen Brief wird über „tägliches Chaos“ auf der Burgdorfer Straße geklagt.© Martin Lauber

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Großburgwedel

Bauherr wehrt sich gegen „Schweigegeld“-Vorwürfe

Vorwürfe werden anonym gegen den Bauherrn des neuen Geschäftshauses Ecke Hannoversche/Burgdorfer Straße erhoben. Karl Lindemann habe sich die Baugenehmigung mit „Schweigegeld“ erkauft. Der Isernhagener will sich nicht nur dagegen zur Wehr setzen.

Burgwedel. Der Brief, der im Burgwedeler Rathaus und im Briefkasten von Lindemanns Ehefrau landete, ist mit „Anwohner Fröbelstraße, (Anwohner Frankestraße eingeschlossen)“ überschrieben. Und um deren Frust wegen zusätzlicher Autos, die seit der Eröffnung des modernen Geschäftshauses im Dezember an Burgdorfer, Fröbel- und Franckestraße abgestellt werden, geht es in dem Schreiben in erster Linie.

„Jetzt herrscht hier das tägliche Chaos!“, heißt es. Die Burgdorfer Straße sei wegen der langen Reihe parkender Autos zu eng geworden - und: „Unseren Einkauf schleppen wir oft von der Burgdorfer Straße.“ Über einen Zustandsbericht geht der Brief aber weit hinaus. Weil nach Auffassung der Autoren das Lindemann-Objekt 30 Parkplätze zu wenig habe, folgern sie mit Blick auf die Baugenehmigungsbehörde: „Oder greift hier das Lindemann-Schweigegeld? ... Was haben Sie für diese Abweichungen ... von den normalen Bau-Auflagen hingeblättert?“

Der Adressat hat gestern seinen Anwalt kontaktiert - nicht nur, um sich per Strafantrag gegen unbekannt gegen die Unterstellungen zu wehren. Autos von Mitarbeitern aus seinem Komplex seien auf öffentlicher Straße zugeparkt, einer jungen Frau sei regelrecht aufgelauert worden. „Das ging diese Woche los. Sie traut sich gar nicht mehr zu ihrem Auto.“ Er halte das für Nötigung und Bedrohung.

Die Region Hannover als Bauaufsichtsbehörde nimmt zu den laut Sprecher Nils Meyer „haltlosen Vorwürfen“ keine Stellung. Lindemann habe die laut Niedersächsischer Bauordnung (NBauO) geforderten 36 bis 48 Stellplätze für das Objekt deutlich erfüllt - mit 17 oberirdischen plus 23 Tiefgaragenparkplätzen auf dem Gelände plus sechs weiteren auf einem nahe liegenden Grundstück. Am gesamten Baugenehmigungsprozess seien die Anwohner beteiligt gewesen. Sogar eine Schattenwurfsimulation habe der Bauherr auf Wunsch anfertigen lassen.

Das sei „menschlich nicht der schönste Stil“, kommentiert Bürgermeister Hendrik Hoppenstedt das anonyme Schreiben. In der Sache werde die Stadt der Parkproblematik nachgehen. Nach Hoppenstedts Auffassung ist die NBauO das Problem, die für Gewerbe- wie für Wohnobjekte generell zu wenig Stellplätze fordere.


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Burgwedel ist ...

  • ... eine Stadt im Nordosten von Hannover, die aus sieben Stadtteilen besteht und mehr als 20.000 Einwohner hat
  • ... schuldenfrei (!)
  • ... die Heimat von Martin Kind, Präsident von Hannover 96
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