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Ein 70-jähriger früherer Wirtschaftsförderer soll die Firma Laverana aus Wennigsen erpresst haben.© Symbolfoto

Barsinghausen

Ex-Wirtschaftsförderer droht Anklage

Die Staatsanwaltschaft Hannover hat ihre Ermittlungen gegen den ehemaligen ehrenamtlichen Wirtschaftsförderer der Stadt Barsinghausen abgeschlossen. Die Behörde wirft dem Hohenbosteler schwere räuberische Erpressung und einen Verstoß gegen das Waffengesetz vor.

Barsinghausen. Über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens werde das Landgericht Hannover wahrscheinlich kurzfristig entscheiden, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwalt Hans-Jürgen Lendeckel. Die Anklageschrift sei dem Beschuldigten und seinem Verteidiger in den vergangenen Tagen zugegangen.

Der 70-jährige frühere Wirtschaftsförderer soll die Firma Laverana aus Wennigsen erpresst haben, die in diesem Sommer den Bau einer neuen Produktionsstätte im Bantorfer Gewerbegebiet Nord angekündigt hatte. Nach Lendeckels Worten hat sich der Erpressungsversuch persönlich gegen den Inhaber und Geschäftsführer von Laverana gerichtet. Dabei habe es eine Geldforderung und eine konkrete Drohung gegeben. Bei der vorgeschlagenen Geldübergabe am 22. August hatte die Polizei den mutmaßlichen Erpresser festgenommen. Seitdem sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Lendeckel bestätigte, dass bei der Festnahme ein Jagdgewehr im Auto des Hohenbostelers sichergestellt worden ist. Zusammen mit der ausgesprochenen Drohung „mit einer Gefahr für Leib und Leben“ sei deshalb aus Sicht der Anklagebehörde der Tatbestand der schweren räuberischen Erpressung erfüllt, sagt Lendeckel.

Der Verstoß gegen das Waffengesetz hat mit der mutmaßlichen Erpressung nichts zu tun: Bei einer Wohnungsdurchsuchung nach der Festnahme sei ein Messer gefunden worden, das unter das Waffenrecht falle und für das der frühere Wirtschaftsförderer keine Erlaubnis hatte. Die Tatsache, dass der Beschuldigte wohl bis zu seinem Prozess in Untersuchungshaft bleiben muss, begründet die Staatsanwaltschaft mit einer Kombination mehrerer Umstände: der Schwere des Delikts und einer möglichen Fluchtgefahr. Weil der Beschuldigte in Haft sitze, sei das Landgericht gesetzlich gehalten, beschleunigt über die Zulassung der Anklage zu entscheiden, sagt Lendeckel. „Es gibt die Vorgabe, solche Verfahren vorrangig zu erledigen.“

Der 70-jährige Diplom-Kaufmann war früher stellvertretender Leiter der Regierungsvertretung Hannover. Nach seiner Pensionierung hatte er - bis April 2012 - als ehrenamtlicher Wirtschaftsförderer für die Stadt Barsinghausen gearbeitet.


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