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RICHTIG ZUORDNEN: Sarah, Sean und Lucia (von links) versuchten Begriffe nach Zuständigkeiten zu ordnen. Zur Auswahl stehen Bund, Länder und Kommunen. Aber wer macht eigentlich was? © Fotos: Wilde

SCHULPROGRAMM

Kommunalwahl (k)ein Kinderspiel

Es gibt Schülerinnen und Schüler, die haben von Politik nicht so wirklich viel Ahnung. Wieso auch? Wählen muss man doch ohnehin nur alle paar Jahre – und dann ist das auch noch so kompliziert. Wer darf überhaupt wählen gehen? Was wird kommunal, was landes- und was bundesweit entschieden? Und wie läuft überhaupt die Stimmenauszählung ab? Mit diesen Themen haben sich gestern rund 250 Schülerinnen und Schüler der Gerhard-Hauptmann-Realschule in Groß-Buchholz befasst.

Hannover. Der Verein „Politik zum Anfassen“ hat ein Team in die Schule geschickt und fünf spannende Lernstationen zum Thema „Erste Wahl“ aufgebaut: Zwei Teams treten jeweils gegeneinander an, es geht um Schnelligkeit, Wissen und darum, anderen genau zuzuhören. Also quasi um die Paradedisziplinen von Politikern.

Sarah, Lucia (beide 14) und Sean (15) gehen in die Klasse 9 a. Sie müssen an einer Station 15 große Holzschilder sortieren, auf denen Schlagwörter wie Autobahnen, Stadtwerke, Streifenpolizist oder Außenpolitik stehen. Ist die Kommune, das Land oder der Bund dafür zuständig? „Bei manchen Schildern ist uns die Entscheidung total schwer gefallen. Aber bei den Stadtwerken zum Beispiel wussten wir sofort, das macht die Kommune“, sagt Sarah stolz. Das hatte die Klasse 9 a offenbar schon vorher im Politik-Unterricht gelernt.

An einer anderen Station rätseln Hüsseyn (13) und Jannes (14, beide aus der 9 c) gerade darüber, ob die Stimmzettel, die vor ihnen liegen, gültig oder ungültig sind: „Wir wurden als Wahlvorstand eingeteilt, das ist echt gar nicht so leicht.“ Auf einen Stimmzettel hat jemand neben die Kreuze die Wörter „Alles Affen“ gekritzelt. „Der ist ungültig, glaub ich“, sagt Jannes. Recht hat er.

Bei Dominik (15) und Kai (16, auch beide aus der 9 c) muss es gerade schnell gehen; sie hängen über einem Puzzle, das die Region Hannover darstellt. Ihr Ziel ist es, in Rekordzeit die 21 zur Region gehörenden Städte und Gemeinden richtig zu sortieren. „Wir waren nicht so gut, haben zu sehr geguckt, wo welche Form hinpassen könnte, und nicht, was auf den Puzzleteilen draufsteht“, sagt Kai hinterher.

Politik- und Mathe-Lehrer Sven Schulz (41) hatte sich dafür eingesetzt, dass das Projekt an die Gerhard-Hauptmann-Schule kommt: „Die Kommunalwahlen stehen vor der Tür, da müssen sich auch unsere Schüler drauf vorbereiten“, sagt Schulz. Das manche Projektteilnehmer diesmal noch zu jung sind, um wählen zu gehen, findet er nicht problematisch: „Ich kann sie nur jetzt erreichen, in fünf Jahren, also zur nächsten Kommunalwahl, sind sie nicht mehr an der Schule.“ Till Bücker (19), Mitorganisator des Projekts, resümiert: „Die Schüler hatten eine Menge Spaß. Und weil sie spielerisch mit uns lernen, behalten sie das länger im Gedächtnis.“

Das Problem

Die Beteiligung an Kommunalwahlen ist seit Jahren gering. 2001 wählten 48,2 Prozent aller Wahlberechtigter Hannoveraner die Regionsversammlung, 2006 waren es nur 42,8 Prozent und 2011 nur 44,5 Prozent.

Vor der Kommunalwahl 2011 startete die Landeshauptstadt zum ersten Mal eine Kampagne gegen die Wahlmüdigkeit. Motto: „Hannover geht wählen – mach dein Kreuz!“

„Das Ziel ist natürlich, die Wahlbeteiligung erneut zu steigern“, sagt Stadtsprecher Andreas Möser. Warum man wählen sollte? „Bei Kommunalwahlen gehts ja um diejenigen, die in den kommenden fünf Jahren über die Dinge in der eigenen Stadt und im eigenen Stadtviertel entscheiden“, so Möser.

Tobias Welz


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